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Armin Walter

Die Fragen stellte Peter Nederstigt
Armin Walter leitet das Förderkreditgeschäft bei der DZ-Bank in Karlsruhe, der Zentralbank für rund 1.400 Volks- und Raiffeisenbanken.
Das Angebot an Fördermitteln für Gründer hierzulande ist vorbildlich. Die Hausbanken, an denen beim Antrag kein Weg vorbeiführt, verschweigen das aber offenbar lieber. Warum?

Armin Walter: Diesen Vorwurf kann ich generell nicht bestätigen. Es mag aber Einzelfälle geben. Grundsätzlich ist festzuhalten, dass die Bank bei den meisten Förderkrediten nach wie vor das volle Risiko trägt. Gleichzeitig verdient sie daran relativ wenig. Daneben verfügen die Banken zurzeit über eine hohe Liquidität und sind deshalb bestrebt, eigene Mittel einzubringen. Die Schere zwischen Aufwand und Ertrag bei Förderkrediten könnte noch weiter auseinander gehen, weil der Gesetzgeber in Zukunft noch größere Anforderungen an die Kreditwürdigkeit stellt.

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Wie bringt ein Gründer die Bank dazu, trotzdem Fördermittel zu beantragen?

Er sollte sich intensiv über Fördermittel erkundigen, etwa bei Informationsveranstaltungen oder via Internet. Dann ist es leicht, das Thema bei der Bank offensiv anzugehen. Die Banken stehen Förderkrediten grundsätzlich positiv gegenüber. Denn die langfristigen Zinssätze ermöglichen auch ihnen eine bessere Kalkulation. Der Gründer verbessert seine Chancen noch, wenn er mit mehreren Banken redet.

Auf der Homepage der DtA können Existenzgründer neuerdings online Fördermittel beantragen. Erleichtert das den Zugang?

Im Moment noch nicht, denn der Kunde muss den Antrag ausgedruckt zu seiner Bank bringen, die das Ganze erneut eingibt. Noch fehlt die Schnittstelle. Auch dann wird die Hausbank aber die Anträge auf Plausibilität Überprüfen müssen. Dass die Hausbanken einmal ganz außen vor sein könnten, ist Utopie. In diesem Fall müssten die Förderinstitute nämlich das komplette Risiko tragen und sich selbst um das Prozedere für die Kreditgewährung kümmern.

E-Mail: armin.walter@dzbank.de

Internet:
www.dta.de
www.foerderberater.de
Dieser Artikel ist erschienen am 15.11.2001