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Allgemeinwissen von Bewerbern oft mangelhaft

Das Allgemeinwissen von Bewerbern ist so schlecht wie seit Jahren nicht. Fast die Hälfte (42 %) der Personalverantwortlichen in deutschen Unternehmen beklagen, dass das Wissensniveau des durchschnittlichen Hochschulabsolventen im vergangenen Jahrzehnt erheblich gesunken ist. Von 100 Bewerbern entsprechen im Schnitt nur 36 den Wissensanforderungen der Firmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine exklusive Umfrage des Job- und Wirtschaftsmagazins "karriere" unter Personalern von 300 deutschen Unternehmen wie Deutsche Bank, BASF, Siemens, Merck und Metro. Nur zwei Prozent der Befragten testieren ihren Bewerbern eine sehr gute Allgemeinbildung.Vor allem in den Geisteswissenschaften klaffen große Wissenslücken: Mit Geschichte, Kunst und Kultur, Politik sowie Rechtschreibung stehen viele Bewerber auf Kriegsfuß, klagen die befragten Personaler unisono. Mehr als ein Drittel der Unternehmen bewerten die Geschichts- und Kulturkenntnisse der Absolventen sogar mit mangelhaft bis ungenügend. Und nur 25 Prozent der Bewerber kennen sich gut oder sehr gut in der deutschen Rechtschreibung aus. "Verständlich, dass als Konsequenz viele Unternehmen Stellen unbesetzt lassen, weil das Wissen der Bewerber schlicht nicht ausreichend ist", sagt karriere-Chefredakteur Jörn Hüsgen.

Die besten Jobs von allen

Gute Noten vergeben die Personaler ihren Bewerbern immerhin in praxisnahen Fächern wie Informatik, Fremdsprachen und Wirtschaftswissen. Zwei Drittel bis drei Viertel der Unternehmen schätzen das Wissen in diesen Bereichen als "sehr gut bis gut" ein, so ein weiteres Umfrageergebnis. Doch Computerkenntnisse und Vokabeln reichen nicht, um im Job zu bestehen. "Wirtschafts- und EDV-Kenntnisse rangieren heute gleichberechtigt neben Geschichts-, Geografie- und multikulturellem Wissen", sagt Rüdiger Hossiep, Wirtschaftspsychologe an der Ruhr-Universität Bochum, der in Zusammenarbeit mit "karriere" einen großen Wissenstest mit elf Sachgebieten entworfen hat. Aber auch an den Klassikern Mathe, Naturwissenschaften, Politik, Philosophie, Kunst und Literatur führe kein Weg vorbei, wenn man im Job erfolgreich sein wolle.Die April-Ausgabe von "karriere" ist ab dem 26. März im Zeitschriftenhandel erhältlich. Sie beinhaltet einen großen Wissenstest mit 33 Fragen aus elf Sachgebieten, den Professor Hossiep gemeinsam mit "karriere" entworfen hat.
Dieser Artikel ist erschienen am 25.03.2004