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Architektur: A bis Zett

Fakten zu Arbeitsmarkt, Einsatzgebieten, Gehalt, Inhalten und Zulassungsbeschränkungen.
Arbeitsmarkt

Die Zahl berufstätiger Architekten (Hochbau, Stadtplanung) beträgt rund 115.000. Davon sind 74.000 in den Mitgliederverzeichnissen der Architektenkammern eingetragen, das heißt, sie dürfen die Berufsbezeichnung Architekt tragen. Unter den Diplom-Ingenieuren Architektur sind FH- und Uni-Absolventen gleichermaßen vertreten. Knapp zwei Drittel der Erwerbstätigen sind jünger als 45 Jahre. Die Hälfte der Architekten arbeitet freiberuflich, 40 Prozent sind als Angestellte, sechs Prozent als Beamte und drei Prozent sind gewerblich, das heißt unternehmerisch tätig. Jährlich erreichen zwischen 2.500 und 3.000 Architekten die Pensionsgrenze.

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Einsatzgebiete

Zwei von drei Architekten arbeiten in Planungsbüros, 29 Prozent in bauausführenden Unternehmen. Jeder Zehnte ist in der öffentlichen Verwaltung tätig. Hauptaufgabe von Architekten ist die gestaltende, technische und wirtschaftliche Planung von Bauwerken oder Ansiedlungen (Stadtplanung). Alternative Berufsfelder wie die Vermögensberatung, Bestandsaufnahme für Altbausanierungen, Immobilienverwaltung, Energieberatung und das ökologische Bauen gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Gehalt

Das monatliche Bruttogehalt eines Berufsanfängers beträgt 4.200 Mark (nach Tarif). Zahlreiche Architekturbüros gehören jedoch nicht mehr dem Arbeitgeberverband an und zahlen niedrigere Gehälter. Je renommierter das Büro, um so größer meist die Abschläge. Einstiegsgehälter von 2.500 Mark im Monat sind keine Seltenheit.

Inhalte

Das Architekturstudium umfasst die Fächer darstellende Geometrie, Vermessungswesen, Entwurf und Gebäudelehre, Baukonstruktion, Bauchemie/Bauphysik/ Baustoffkunde, Tragwerkslehre, Baubetrieb, technische Gebäudeausrüstung/ Haustechnik, Zeichnen/Gestalten/Malerei, Bau- und Kunstgeschichte sowie Architekturtheorie. Von Beginn an müssen Studenten zahlreiche Entwurfs- und Konstruktionsaufgaben bearbeiten und Modelle bauen.

Im Hauptstudium fallen die Studienpläne je nach Hochschule sehr unterschiedlich aus. An den FHs sind zwei Praxissemester, an den Unis sechs bis neun Monate Praktikum Pflicht.

Zulassungsbeschränkungen

Die Zahl der Bewerber ist stark rückläufig: Zuletzt konnten die Universitäten alle Bewerber aufnehmen. Die Bewerbung fürs Uni-Studium läuft über die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS). Die Universitäten dürfen 20 Prozent der Studenten selbst auswählen. Die FHs vergeben sämtliche Plätze in eigener Regie (Ausnahme: Nordrhein-Westfalen). Die Zulassung an Kunsthochschulen erfolgt grundsätzlich per Eignungstest. Das Architekturstudium beginnt nur zum Wintersemester.
Dieser Artikel ist erschienen am 15.11.2001