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Arbeitsaufträge

Arbeitsaufträge sind Dinge, die getan werden müssen. Entweder müssen Sie sie selbst erledigen. Dann sind Sie allein für die Qualität der Arbeit verantwortlich. Oder Sie können sie an Mitarbeiter und Praktikanten delegieren, also andere mit der Erledigung beauftragen. Dann sind Sie zwar die Arbeit selbst los, aber immer noch verantwortlich dafür, dass sie auftragsgemäß erledigt wird.
Arbeitsaufträge sind Dinge, die getan werden müssen. Entweder müssen Sie sie selbst erledigen. Dann sind Sie allein für die Qualität der Arbeit verantwortlich. Oder Sie können sie an Mitarbeiter und Praktikanten delegieren, also andere mit der Erledigung beauftragen. Dann sind Sie zwar die Arbeit selbst los, aber immer noch verantwortlich dafür, dass sie auftragsgemäß erledigt wird.Arbeitsaufträge annehmen. Wer was wann tun muss, sollte in der Arbeitsplatzbeschreibung festgelegt sein, die es normalerweise für jede Stelle gibt. Im Idealfall macht jeder Arbeitnehmer unaufgefordert das, was dort drinsteht, ohne dass jemals zusätzliche Arbeitsaufträge auf ihn zukommen. Aber diesen Idealfall gibt es nicht, denn die Arbeitsplatzbeschreibungen sind in der Regel eher allgemein formuliert, und außerdem bringt die Arbeitswirklichkeit jeden Tag neue Herausforderungen mit sich, die angenommen werden müssen. Und zwar von Ihnen.

Die besten Jobs von allen

Wenn Ihr Vorgesetzter meint, dass Sie nicht voll ausgelastet sind (und das meinen fast alle Vorgesetzten von fast allen Mitarbeitern), wird er nicht zögern, Sie mit neuen Aufgaben zu betrauen. Sie können dann entrüstet darauf hinweisen, dass Sie sowieso schon viel zu viele Überstunden machen und diese neue Arbeit keinesfalls zusätzlich übernehmen können. Oder aber Sie können tun, was die Karriereratgeber empfehlen, und aus strategischen Gründen immer erst mal Ja sagen: "(...) grundsätzlich besteht die Erwartungshaltung, dass der Mitarbeiter eine Lösung findet und nicht ausführlich erklärt, warum etwas nicht funktioniert oder nicht erledigt werden kann." (Doris Brenner: Karrierestart nach dem Studium, S. 120)Das heißt im Klartext: Geht nicht gibt's nicht. Wenn Sie einen Arbeitsauftrag ablehnen, sind Sie immer der Böse, egal wie gut Ihre Argumente sind. Wenn Sie ihn aber annehmen, sind Sie der Gute, allein weil Sie Ja sagen. Die Erledigung der Arbeit selbst steht auf einem anderen Blatt: Wer am Ende was machen muss, ob Sie nicht Teile der Arbeit delegieren oder mehr Zeit bekommen können, kann dann erfahrungsgemäß doch noch verhandelt werden.Zu viele Arbeitsaufträge. Es kommt vor, dass man am Ende vor lauter Jasagen einfach zu viel Arbeit auf dem Tisch liegen hat. Wer absehen kann, dass er niemals alles innerhalb der festgelegten Terminvorgaben schafft, kann natürlich Nachtschichten einlegen. Perfektionisten und Workaholics werden sich für diese Lösung entscheiden. Energiesparer hingegen werden in aller Ruhe die am wenigsten anstrengende Arbeit erledigen und den Rest einfach liegen lassen in der Hoffnung, dass der eine oder andere Auftrag ohnehin in Vergessenheit gerät. Das ist allerdings ein risikoreicher Ansatz wegen des Ärgers, den es gibt, wenn eine wirklich wichtige Arbeit liegen bleibt.Wer genau weiß, dass er in diesem Fall den Kommentar "Ich hab's eben nicht geschafft" nicht mit derselben Lockerheit aussprechen kann wie die Energiesparer, aber auch nicht zweihundert Überstunden machen will, der kann es mit der Prioritäten-Methode versuchen: Chef frühzeitig darüber informieren, dass nicht alles termingerecht erledigt werden kann. Und dann einfach fragen, welche Aufgaben denn am dringendsten gemacht werden müssen, und welche liegen bleiben können. Damit haben Sie ganz elegant Verantwortungsgefühl gezeigt und sich gleichzeitig etwas mehr Luft verschafft.
Dieser Artikel ist erschienen am 17.05.2004