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Anwälte an der Kette

Revolution auf dem Anwaltsmarkt: Janolaw, Internet-Rechtsberater aus dem Raum Frankfurt, baut jetzt als zweite Kanzlei ein bundesweites Franchise-System auf. Bis 2004 sollen 30 Läden mit Discount-Honoraren Mandanten locken. "Der Massenmarkt ist noch völlig unstrukturiert ­ wie die Lebensmittelbranche vor der Erfindung von Aldi", frohlockt Gründer Michael Zahrt. Ketten-Pionier Legitas aus Hamburg reagiert verschnupft: "Janolaw zieht uns in die Billig-Ecke", moniert Geschäftsführer Sebastian Vorberg. Legitas will seine Filialen bis Februar von zehn auf 20 aufstocken.

Juristen sollten genau hinsehen, bevor sie sich einkaufen: 1.000 Euro zahlen Legitas' Franchisenehmer für Corporate Design, Sekretariat und Software, bei Janolaw sind es 10.000, inklusive Büroausstattung. "Da müssen Anwälte viel zahlen, ohne zu wissen, was zurück kommt", kritisiert Vorberg. Zahrt hält dagegen: "Wir werben vor Ort und leiten Mandanten-Anfragen aus dem Internet weiter." Bis zu 12.500 Euro Gewinn soll ein Janolaw-Anwalt nach zwei Jahren einfahren. Die Anwaltskammer nimmt es gelassen: "Wichtig ist, dass die Beratungsqualität stimmt."
Dieser Artikel ist erschienen am 11.08.2003