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Anti-Aging-Strategien für Bewerber

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Lassen Sie sich von Altersgrenzen in Stellenanzeigen nicht abschrecken. Unternehmen skizzieren hier ihren Traumkandidaten, sehen bei guten Bewerbern aber auch mal über ein höheres Alter hinweg. Wer zehn Prozent darüber liegt, ist meist noch im Toleranzbereich.
Lassen Sie sich von Altersgrenzen in Stellenanzeigen nicht abschrecken. Unternehmen skizzieren hier ihren Traumkandidaten, sehen bei guten Bewerbern aber auch mal über ein höheres Alter hinweg. Wer zehn Prozent darüber liegt, ist meist noch im Toleranzbereich. Topkandidaten in Mangelberufen dürfen sogar noch älter sein

Unterscheiden Sie zwischen festen Altersgrenzen, die an Formulierungen wie "maximal 30 Jahre", "Höchstalter: 35" oder "nicht älter als 38" zu erkennen sind, und fließenden Altersgrenzen. Diese werden oft mit "jüngere Persönlichkeit", "für unser junges Team" oder "zwei bis drei Jahre Berufserfahrung" umschrieben. Bei der zweiten Kategorie ist der Toleranzbereich deutlich größer

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Entschuldigen Sie sich nicht für Ihr Alter. Formulierungen wie "zwar bin ich etwas älter als erwünscht" klingen negativ und nach Rechtfertigungszwang. Stellen Sie stattdessen in den Vordergrund, wie viel Erfahrung und Kontakte Sie während Ihres Berufslebens bereits gesammelt haben

Versuchen Sie nicht, Personalverantwortliche von den Vorzügen älterer Bewerber zu überzeugen. Das ist Energieverschwendung und wirkt oberlehrerhaft. Respektieren Sie den Wunsch nach jüngeren Mitarbeitern - und beweisen Sie anhand von Fakten und Success Storys aus Ihrem Arbeitsleben, warum auch Sie alle Pluspunkte der Jungen mitbringen

Sie vermuten, dass das Unternehmen jüngere Mitarbeiter wegen ihrer Formbarkeit bevorzugt? Dann betonen Sie, wie flexibel und anpassungsfähig Sie sind - dass Sie etwa die Neuorganisation einer Abteilung gestemmt oder sich als Zeitarbeiter in immer neuen Teams zurechtgefunden haben

Häufiges Vorurteil in Unternehmen: Ältere Mitarbeiter haben viel zu hohe Gehaltsforderungen. In diesem Fall können Sie das Problem schon in der Bewerbung ansprechen, wie es Harald Mehlem vorgemacht hat: "Wenn Sie glauben, ich sei zu teuer, dann machen Sie mir doch bitte ein Angebot."

Legt das Unternehmen großen Wert auf die Leistungsbereitschaft und das Engagement seiner Mitarbeiter? Dann nehmen Sie dem Personaler die Angst, dass Sie schon um 17 Uhr den Griffel fallen lassen: "Überstunden und Dienstreisen gehören für mich zu einer verantwortungsvollen Position dazu. Damit habe ich keinerlei Probleme.

Verlassen Sie sich nicht nur auf Stellenausschreibungen. Nutzen Sie Ihr Netzwerk, denn das haben Sie vielen Berufsanfängern voraus. Empfiehlt Sie ein Freund oder Kollege für einen Job, dann wird er Ihr Können betonen, nicht Ihr Alter

Mäkelt der Personalverantwortliche erst im Vorstellungsgespräch an Ihrem Alter herum, kontern Sie souverän: Er hat Sie schließlich eingeladen, also ist er offenbar an Ihnen interessiert. Im Gespräch können Sie dann beweisen, warum seine Bedenken absolut unbegründet sind.
Dieser Artikel ist erschienen am 26.04.2005