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Anspruch auf Schmerzensgeld

Ein Mitarbeiter, der durch das Mobbing einer Führungskraft psychisch erkrankt, hat gegen seinen Arbeitgeber einen Rechtsanspruch auf Schmerzensgeld. Dies hat das Bundesarbeitsgericht in einem aktuellen Urteil festgestellt.

Kläger war ein Oberarzt, der seit 1987 in der beklagten Klinik beschäftigt ist. Nachdem sich der Kläger von einem ihm vorgesetzten Chefarzt seit Mitte 2002 gemobbt gefühlt hatte, erkrankte er psychisch. Die Folge: Von November 2003 bis Juli 2004 war er arbeitsunfähig, seit Oktober 2004 ist er erneut krank

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Die daraufhin erfolgende Klage, in der der Oberarzt die Entlassung des Chefarztes oder das Angebot eines anderen gleichwertigen Arbeitsplatzes verlangt hatte, blieb jedoch erfolglos - genau wie die Forderung nach Schmerzensgeld.

Jetzt hat das Bundesarbeitsgericht in der Berufung den Schmerzensgeld-Anspruch bestätigt. Die Richter wiesen darauf hin, dass nicht der Chefarzt, sondern die Klinik selbst für den Anspruch einzustehen habe, da der mobbende Chefarzt letztlich der Erfüllungsgehilfe des Arbeitgebers sei. Die Klage wurde an das Landesarbeitsgericht Hamm zurückverwiesen, das nun die Höhe des Schmerzensgeldes festzusetzen hat.

Quelle: Bundesarbeitsgericht, Erfurt. Az. 8 AZR 593/06.
Infos zum Urteil: http://juris.bundesarbeitsgericht.de
Dieser Artikel ist erschienen am 16.12.2007