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Anklage gegen Ex-Enron-Chef

Fast drei Jahre nach dem Zusammenbruch des amerikanischen Energiekonzerns Enron hat sich dessen Gründer und Vorstandsvorsitzende der Polizei gestellt. Gegen ihn wird Anklage erhoben.
HB HOUSTON. Im größten US-Wirtschaftsskandal wird gegen den früheren Konzernchef Kenneth Lay Anklage erhoben. Der 62-jährige Lay stellte sich am Donnerstagmorgen der US-Bundespolizei FBI in Houston. Er habe nichts Falsches getan, die Anklage sei ungerechtfertigt, sagte der Gründer des gescheiterten Energiehandelskonzerns Enron Corporation. Die genauen strafrechtlichen Vorwürfe gegen Lay sollten am Donnerstag veröffentlicht werden. Lay war 15 Jahre lang Enron-Chef.Enron hatte nach der Aufdeckung von Bilanzunregelmäßigkeiten im Dezember 2001 ein Insolvenzverfahren beantragt. Das kostspielige Enron-Debakel hatte die Aktionäre und Gläubiger des Energiehändlers enorme Summen gekostet. Die Enron-Aktien hatten einst einen Börsenwert von mehr als 70 Mrd. Dollar. Der Umsatz lag im Jahr 2000 bei rund 100 Mrd. Dollar. Inzwischen hat Enron sein Energiehandelsgeschäft sowie zahlreiche wertvolle Pipeline- und andere Tochterfirmen verkauft.

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Der Enron-Kollaps hatte eine ganze Serie von amerikanischen Unternehmensskandalen eingeleitet. Arthur Anderson, der Enron- Wirtschaftsprüfer und eine der weltgrößten Rechnungsprüfungsfirmen, war dem Skandal bereits zum Opfer gefallen. Washington hat im Gefolge der Enron- und anderer Bilanzskandale eine ganze Serie von neuen Unternehmensüberwachungsgesetzen erlassen, um zukünftige Verstöße zu verhindern.
Dieser Artikel ist erschienen am 08.07.2004