Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche

Anke Michels

Die Ausgangsfragen
Die ersten Wochen
Der erste Term
Der zweite Term
Die Ausgangsfragen

Wo standen Sie (beruflich/karrieremäßig), als Sie sich entschlossen, einen MBA zu machen?

Hallo erst einmal! Ich werde Euch in den nächsten Monaten von meinem MBA an der London Business School berichten und hoffe, dass ich einige Eurer Fragen beantworten kann. Ich bin bereits im zweiten Jahr des MBA-Programms, von daher werde ich Euch sicherlich einige Tipps auch aus der Retrospektive geben können. Aber zunächst einmal ein bisschen zu mir

Ursprünglich habe ich BWL mit Schwerpunkt Marketing studiert, und danach für ungefähr sieben Jahre in verschiedenen Funktionen überwiegend im Medienbereich gearbeitet

Die besten Jobs von allen


Zunächst war ich für einen fernsehtechnischen Dienstleister als Marketing-Trainee tätig, wo ich interaktive Fernsehprogramme vermarktet habe. Für die gleiche Firma war ich später als Assistentin der Geschäftsleitung angestellt, und habe so einen sehr guten Einblick in die verschiedenen Unternehmensbereiche bekommen können. Besonders spannend fand ich die Möglichkeiten, schnell viel eigene Verantwortung zu bekommen und wirklich auch in strategischen Fragen sehr involviert zu sein

Zwischen diesen beiden Berufsstationen habe ich meine erste Arbeitserfahrung im Ausland sammeln können, als ich ein Jahr lang für eine der größten Tauchschulen Asiens eine Schnorchel-Basis auf den Malediven aufgebaut habe

Die letzten 3 œ Jahre war ich dann für die Verlagsgruppe Handelsblatt als Beraterin Marketing Services für n-tv tätig, eine Arbeit, die man sich als Mischung zwischen Marktforschung, Marketing und Projektmanagement vorstellen muss.

Warum ein MBA ?

Nachdem ich 3 œ Jahre als Beraterin Marketing Services gearbeitet hatte und ich zunehmend merkte, dass ich eigentlich eher ein Generalist bin und sehr gerne in einer mehr strategischen Funktion arbeiten würde, habe ich mich entschlossen, einen MBA zu machen, um dieses Ziel zu erreichen. Für mich waren sowohl die sehr praxisorientierte Ausbildung an sich, als auch die praktischen Erfahrungen über Projekte und Internships sehr wichtig

Warum diese Schule?

Bei der Auswahl einer Business School kam für mich von Anfang an eigentlich nur eine europäische Schule in Betracht, da ich vorhabe, weiterhin in Europa zu arbeiten. Und dann sollte es natürlich eine Schule mit sehr gutem Ruf sein, damit sich die Investition letztendlich auch lohnt, und ich meine Ziele verwirklichen kann. Letztendlich ist für mich die Wahl auf die London Business School gefallen, weil sie die Kriterien Top Ruf und Standort Europa erfüllt, und außerdem über das 2-Jahre-Format eine Vielzahl von Möglichkeiten von Kontakten zur Wirtschaft bietet. Abgesehen von kursbezogenen Projekten mit Firmen bieten insbesondere das Summer Internship, das 2nd Year Project und das Shadowing Projekt sehr gute Praxiserfahrungen. Und abgesehen davon gefiel mir London als Standort deutlich besser als einige Dörfer in den französischen Wäldern ;)

Finanzierung

Natürlich stellte sich recht früh in der MBA-Planung die Frage nach der Finanzierung, da die Kosten wirklich nicht unerheblich sind - alleine die Studiengebühren belaufen sich für die zwei Jahre auf 40.000 Pfund (ca. 60.000 ?), und dann kommen natürlich noch die Lebenshaltungskosten dazu, die auch nicht unerheblich sind.

Aus meiner jetzigen Erfahrung würde ich sagen, dass sich diese (erheblichen) Investitionen auf jeden Fall lohnen. Für die Finanzierung kommt für die meisten Leute, d.h. diejenigen, die nicht von einer Firma gesponsert werden, eine Mischfinanzierung in Frage aus Angespartem und einem Kredit. Die London Business School arbeitet mit der Bank HSBC zusammen, und bietet (wie die meisten Business Schools) einen sehr günstigen Kredit an, der auch erst nach dem MBA zurückgezahlt werden muss. Somit kann wirklich fast jeder die Finanzierungshürde nehmen, auch wenn es natürlich erstmal schmerzt ;) Nicht vergessen sollte man, dass man über das Summer Internship und das Second Year Project auch während des MBAs noch Geld verdient

Sie sind nun schon ein paar Wochen an Ihrer Schule. Welches waren Ihre ersten Eindrücke? Was hat Sie überrascht? Was gefällt Ihnen besonders? Was gefällt Ihnen weniger?

Bei meinem Start in London haben sich wirklich die Ereignisse überschlagen: Gleich am Abend meiner Ankunft ging es auf zur ersten Party - eine "Russian Party", die Mitstudenten bei sich zu Hause organisiert hatten. Dort lernte ich bereits ca. 60 meiner Mitstudenten kennen, und es war ein super Start in mein erstes Jahr. In den ersten Tagen in der Schule gab es dann volles Programm, um uns sowohl in die Schule einzuführen, uns an die Umgebung zu gewöhnen und insbesondere, um unsere "Study Groups" zusammenzuschweißen. Die Study Groups (zusammengewürfelte Gruppen von in der Regel 6 Studenten) sind übrigens essentiell für das gesamte erste Jahr, da man mit ihnen sämtliche Gruppenarbeiten bearbeitet, und sich somit sehr nahe kommt

Besonders positiv überrascht haben mich während dieser Zeit (und immer noch) die Leute. Es ist einfach unfassbar, was für offene, interessante und intelligente Leute man während des MBA kennen lernt.

An der Schule selbst gefällt mir besonders gut der Unterrichtsstil - eine Mischung aus Case Studies und (sehr interaktiven) Vorlesungen. Außerdem ist es einfach unfassbar, wie viele Clubs und sonstige Möglichkeiten einem angeboten werden - das reicht von Vorträgen von Top-Managern bis hin zum Women Touch-Rugby-Club, der extrem gut ist, und regelmäßig auf den MBA-Turnieren die Teams anderer Schulen hinter sich lässt. Letztendlich hat man so viele Angebote, dass es einem sehr schwer fällt zu wählen - aber ohne geht es nicht, denn die Zeit im ersten Jahr ist knapp

Natürlich ist nicht alles rosig - gerade der erste Term ist extrem anstrengend. Obwohl wir pro Woche nur 5 Vorlesungen á 3 Stunden haben, gibt es super viel zu tun. Das reicht von der Vorbereitung der Klassen (Literatur lesen und Cases vorbereiten), über Assignments (kleinere Prüfungen und Ausarbeitungen, die es ständig gibt) bis hin zu den ganzen "außer"schulischen Aktivitäten in Clubs etc., die natürlich auch dazugehören. Ich muss sagen, ich habe noch nie in meinem Leben vorher so wenig Schlaf bekommen?

Nichts desto trotz überwiegen ganz klar die positiven Seiten, und ich freue mich schon riesig auf die Zeit, die mir an der London Business School verbleibt. Die ersten Wochen

In den ersten Wochen passiert einfach unendlich viel, und täglich gibt es neue Eindrücke. Während der Unterricht beginnt und man sich an den Unterrichtsstil und an die Umgebung gewöhnt, lernt man gleichzeitig unheimlich viele neue, nette Leute kennen und muss lernen, die ganzen verschiedenen Angebote und Aktivitäten gegeneinander abzuwägen, da die Zeit knapp wird und man leider nicht all das machen kann, was man gerne tun würde.

Die "core courses"

Nach der "Eingewöhnungsphase" geht es richtig los. Wir haben täglich Vorlesungen in den "core courses", das heißt in den Fächern, die im ersten Jahr alle Studenten belegen müssen. Obwohl ich in meinem ersten Studium bereits BWL studiert habe und von daher schon einige der Themen behandelt hatte, bieten die Vorlesungen sehr viele neue Einblicke. Im Gegensatz zu dem typischen deutschen Uni-Studium sind alle Fächer Case Study basiert und von daher sehr praxisorientiert. Zunächst werden in der Regel die allgemeinen Konzepte und Frameworks besprochen, und diese werden dann anhand der Case Studies angewandt. Außerdem hat fast immer jemand aus der Klasse in dem entsprechenden Bereich gearbeitet, so dass das Lernen durch praktische Erfahrungen aus erster Hand angereichert wird, was in der Regel fast genauso wichtig ist wie der "geplante" Lernstoff. Nicht selten entwickeln sich in den Klassen angeregte Diskussionen unter den Studenten um das jeweilige Themengebiet. - In jedem Fall ist der Unterricht immer sehr interaktiv - reinen Frontalunterricht habe ich hier noch nicht erlebt, was mir wirklich sehr wichtig ist.

Die Lernumgebung

Nicht nur der Unterricht ist sehr viel anders als in Deutschland, sondern auch an der gesamten Lernumgebung merkt man, dass man sich an einer der Top Business Schools befindet. Die Schule liegt direkt am Regent's Park, d.h. man braucht nur über die Straße gehen, um im Grünen zu sein, und das obwohl man sich wirklich mitten in London befindet.

Die Schule selbst bietet wirklich alles, was man braucht. Außer den Hörsälen gibt es etliche "Study Rooms", die man buchen kann, um Gruppenarbeiten zu erledigen. Jeder Study Room ist mit Computer und Drucker ausgerüstet, und in einigen gibt es auch Telefon. Aber selbst wenn man keinen Raum gebucht hat, findet man meistens einen freien Raum, oder man weicht in die verschiedenen anderen öffentlichen Bereiche aus, in denen man auch sehr ungestört arbeiten kann. Und sollte es mal spät werden - die Räume sind die ganze Nacht über zugänglich, und der Pizza-Bringdienst kennt die Schuladresse schon ;) Möchte man alleine arbeiten, stehen einem verschiedene Computerräume und die Bibliothek zur Verfügung, die auch am Wochenende geöffnet sind.

Der Zusammenhalt der Studenten

Mit die tollste Erfahrung bisher sind die Studenten selbst. Sie sind wirklich von der ganzen Welt zusammengewürfelt - in meiner Study Group ist zum Beispiel noch ein Brite, ein Mexikaner, ein Israeli, ein Amerikaner und eine Inderin. Die Leute sind alle extrem nett, haben schon sehr viel Berufserfahrung aus den verschiedensten Bereichen und sind überhaupt nicht verbissen. Im Gegenteil: Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich gegenseitig hilft, wo immer es geht. Und wenn man in einem bestimmten Fachgebiet Probleme hat, findet man sehr sicher jemanden, der genau aus dem Bereich kommt und einem helfen kann. Die Zusammenarbeit geht so weit, dass Studenten vor den Klausuren "cheat sheets" (eine gewisse Anzahl an Notizseiten, die man offiziell mit in manche Klausuren nehmen darf) an die ganze Klasse verschicken.

Student Clubs

Gerade in den ersten Wochen ist es fast unmöglich, sich zwischen den unzähligen Clubs und Social Events zu entscheiden - und leider kann man wirklich nicht alles mitmachen, so schön es auch wäre! Von daher habe ich mich zunächst einmal in alle Clubs eingeschrieben, die mich potentiell interessieren, und dann nach und nach diejenigen ausgefiltert, die ich zeitlich nicht mehr schaffe. Die Clubaktivitäten reichen von Job-bezogenen Clubs wie dem Consulting Club, dem Finance Club und dem Marketing Club, bis hin zu reinen Fun-Clubs wie Rugby, Swimming, Cheese and Wine Tasting und Salsa. Insgesamt kann man sagen, dass man an der Schule wirklich alles machen kann, und sollte es noch keine dementsprechenden Aktivitäten oder Club geben, hat man alle Möglichkeiten, selber etwas aufzubauen. Den Salsa Club zum Beispiel habe ich mit drei Mitstudenten gegründet, und wir geben wöchentlich Salsa-Unterricht in der Schule und organisieren Outings zu den besten Salsa-Clubs in London.

Die Clubs an sich sind wirklich eine tolle Sache, sowohl um sich Job-technisch zu positionieren als auch um jede Menge Spaß zu haben und um Leute aus den verschiedenen Programmen besser kennenzulernen.

"Sundowners" - Wöchentliche Drinks in der Schule

Jede Woche am Donnerstag gibt es in der MBar (einem Bistro in der Schule) von Firmen gesponsorte Drinks. Dies ist das soziale "get-together", bei dem man die meisten Studenten trifft. Abgesehen davon gab es in den ersten Wochen wirklich fast an jedem Abend irgendwelche Drinks oder private Parties, was perfekt war, um alle kennenzulernen und sich in London einzuleben. Auch wenn das Leben und das Ausgehen in London schon extrem teuer ist, ist es wirklich machbar, da man sehr viel privat organisiert.

Insgesamt?

? waren meine ersten Wochen an der London Business School irrsinnig spannend, ereignisreich und kurzweilig, aber auch sehr, sehr arbeitsintensiv. Doch mehr zu den verschiedenen Aktivitäten und Leistungsanforderungen in der Schule in meinem nächsten Beitrag in einigen Wochen

Der erste Term

Nach der ersten Eingewöhnungsphase geht es im ersten Term so richtig los, und es wird zunehmend schwerer, die vielen sozialen Aktivitäten wie Partys und Clubaktivitäten mit den Prüfungen zu verbinden

Die Prüfungen

Im Gegensatz zu den meisten deutschen Unis gibt es hier ständig irgendwelche Prüfungen. Zum einen ist es üblich, Arbeiten über die Case Studies zu schreiben, die im Unterricht durchgenommen werden. Außerdem gibt es schriftliche Zwischenprüfungen und Abschlussprüfungen für jedes Fach. Viele der ?assignments? sind Gruppenarbeiten, so dass Teamarbeit mit der Study Group ganz groß geschrieben wird. Abgesehen von den schriftlichen Prüfungen zählt die mündliche Mitarbeit immer für einen Teil der Note ? was auch wichtig ist, denn oft lernt man genauso viel von den Erfahrungen der Mitstudenten wie vom Unterricht selber. Es macht sich schon bemerkbar, dass hier alle schon mehrere Jahre Berufserfahrung in verschiedenen Bereichen gesammelt haben. Der insgesamt sehr interaktive Unterricht wird möglich durch die überschaubaren Klassengrößen mit maximal 70 Studenten

Insgesamt ist der erste Term der wahrscheinlich anstrengendste, denn der Arbeitsaufwand ist am größten, und man muss sich erstmal daran gewöhnen, Dinge zu priorisieren, denn alles schafft man kaum. Aber zum Glück gibt es nicht nur Arbeit, denn eine Unmenge von Partys versucht ständig, einen abzulenken und auf andere Gedanken zu bringen ;-)

Die Study Group

Wie schon beschrieben, wird man für das gesamte erste Jahr einer ?Study Group? zugeteilt, einer bunt gemischten Truppe von in der Regel sechs Studenten. Viele der Prüfungen sind wie oben beschrieben Gruppenarbeiten, so dass eine gute Zusammenarbeit mit der Gruppe entscheidend ist. Zum Leidwesen einiger kann man sich seine Study Group nicht selber aussuchen, so dass oftmals recht konträre Charaktere aufeinanderprallen. Aber im wirklichen Leben ist es ja nicht anders, so dass das ein recht gutes Training für das spätere Berufsleben ist, wo Teamarbeit ja auch immer wichtiger wird. Allen Widrigkeiten zum Trotz entwickeln sich aus den Study Groups in der Regel die dicksten Freundschaften, die oft für ein Leben halten, nachdem man sich einmal zusammengerauft hat. Ich persönlich hatte riesiges Glück mit meiner Study Group. Trotz der bunten Mischung aus einem Engländer, einem Amerikaner, einem Mexikaner, einem Israeli, einer Inderin und mir haben wir von Anfang an sehr gut zusammengearbeitet und haben eine tolle Zeit miteinander. Ich bin sicher, dass wir auch nach dem MBA weiter in Kontakt bleiben werden

Arabian Nights Party

Durch den ganzen MBA ziehen sich unzählige Partys, viele davon in der Schule selber. Wir hatten zum Beispiel gerade die Arabian Nights Party mit typischen Drinks, Essen und sogar Bauchtanz, wo dann auch einige unserer Mitstudenten ihr bestes gegeben haben ;-). Diese Partys sind immer extrem lustig, und es ist schön, sowohl eine Abwechselung vom Lernen zu haben als auch immer wieder neue Leute aus den anderen Streams und Programmen kennen zu lernen. Die Partys werden meistens von den verschiedenen Clubs oder Ländergruppen organisiert, so dass Ihr Euch jetzt schon einmal Gedanken machen könnt, wie Eure nächste Party aussehen könnte

Ausflüge und Reisen

Ein riesiger Pluspunkt von London ist, dass man sehr einfach und günstig verreisen kann ? und das nutzen wir hier auch schamlos aus. Es gibt fast an jedem Wochenende irgendeinen Ausflug, sei es zum Segeln an die Küste oder zu einem Wochenendtrip irgendwo in Europa. Abgesehen von diesen Kurztrips gibt es irrsinnig viele längere Reisen, in der Regel in den Semesterferien. Das schöne daran ist, dass diese immer von Mitstudenten organisiert werden, und man daher einen lokalen Führer dabei hat. Wir hatten zum Beispiel Fahrten nach Indien, Japan, in die Karibik und nach Brasilien. Wenn Ihr irgendwie die Möglichkeit habt, kann ich Euch nur wärmstens empfehlen, an möglichst vielen der angebotenen Fahrten teilzunehmen, denn sie sind definitiv ein Highlight der MBA-Zeit! Der zweite Term

Die Wiedersehensfreude ist groß...

Nach dem ersten Term, der wirklich sehr anstrengend ist, freut sich hier jeder auf die wohlverdienten Winterferien - die meisten fahren zurück zu Freuden und Familie, während andere die Zeit nutzen, um Europa zu erkunden. Auf jeden Fall heißt es erst einmal ausspannen und zu einem "normalen" Leben zurückkehren. Nichts desto trotz habe ich mich schon sehr an das Leben in London gewöhnt, und habe mich riesig gefreut, alle nach der Winterpause wiederzusehen. Es macht sich schon bemerkbar, dass man während des ersten Terms sehr eng zusammengearbeitet und viel zusammen erlebt hat.

PDP

Der zweite Term startet mit dem "Professional Development Programme" (PDP), einer Woche voller verschiedener Seminare, die jeder nach seinen Interessen gestalten kann. Die Seminare reichen von Verhandlungsführung über "Speed reading" bis hin zu "Networking" und werden von externen Anbietern durchgeführt. Ich fand dies eine tolle Möglichkeit, sich persönlich in Bereichen zu verbessern, die neben dem eigentlichen Wissen im späteren Berufsleben eine sehr große Rolle spielen werden und auch schon im Bewerbungsprozess sehr hilfreich sein können. Besonders gut ist, dass man sich selber die Seminare aussuchen kann, die einen interessieren.

Bewerbungen für "summer internships"

Der Bewerbungsprozess für die "summer internships" setzt im zweiten Term auch gleich voll ein. Die Internships stellen eine sehr gute Möglichkeit dar, Berufserfahrung in dem angestrebten Wunschbereich zu erlangen und gleichzeitig auch recht gut zu verdienen. Sehr viele Firmen kommen an die Schule um sich zu präsentieren, üblicherweise gefolgt von einem kleinen Empfang, bei dem man die Firmenvertreter persönlich kennen lernen kann. In der "milk round", das heißt der Anfangsphase der Praktikumsangebote von Firmen, kommen insbesondere die Banken und Beratungsfirmen an die Schule und starten den Bewerbungsprozess. Später kommen dann weitere Industrieunternehmen hinzu, wobei ich nur empfehlen kann, sich nicht ausschließlich auf das Recruiting an der Schule zu verlassen. Während dieses bei den Banken und Beratungsfirmen vorzüglich funktioniert, kommen doch viele Industrieunternehmen nicht direkt an die Schule, und man tut gut daran, sich zusätzlich privat zu kümmern und Kontakte zu knüpfen, wenn man an bestimmten Unternehmen und/oder Positionen interessiert ist. Der Bewerbungsprozess sieht üblicherweise so aus, dass man eine kurze Bewerbung mit Lebenslauf und Anschreiben per e-mail schickt und dann zu mehreren Runden an Vorstellungsgesprächen und Auswahlverfahren eingeladen wird.

Neben den Firmenpräsentationen hilft das "Career Services" Centre, eine Stelle in der Wunschposition zu bekommen und stehen mit persönlichen Beratungsgesprächen zur Seite.

Glücklicherweise haben wir uns im zweiten Term alle schon an die neue Lernumgebung gewöhnt, und es macht zumindest den Eindruck, als ob der akademische Druck weniger wird. Dies ist allerdings auch nötig, da der gesamte Bewerbungsprozess doch sehr viel Zeit und Energie in Anspruch nimmt.

Party-time...

Aber natürlich ist wie üblich nicht nur Arbeit angesagt, sondern viele Parties lockern das Leben an der Schule auf:

Zum Beispiel war die "Salsa & Sangria"-Party, die von den spanischsprachigen Clubs organisiert wird, ganz klar ein Highlight des Terms. Neben lateinamerikanischer Musik gab es typisch spanisches Essen, Cocktails und eine Darbietung des Salsa Clubs, den ich zusammen mit drei weiteren Studenten leite.

Ein weiteres Highlight im zweiten Term ist der Winter Ball. Insgesamt gibt es in jedem Jahr zwei grosse Bälle, einen im Sommer und einen im Winter. Da der Sommerball immer mit den Graduierungsfeierlichkeiten zusammenfällt und innerhalb des Schulgeländes stattfindet, ist dieser eines der größten Ereignisse an der Schule. Nichts desto trotz hatten wir auch eine tolle Zeit beim Winterball, der alljährlich nach einem bestimmten Thema ausgerichtet ist - in diesem Jahr war es die "Masquerade".

Insgesamt

... war der zweite Term schon wesentlich entspanner als der erste, und man verbringt sehr viel Zeit und Aufwand mit dem Bewerbungsprozess für Summer Internships.

Wie schon im ersten Term kommt trotydem das Party-Leben nicht zu kurz. Nachdem man sich im ersten Term erst so langsam in das Club-Leben an der Schule eingewöhnt, steht man im zweiten Term schon voll mittendrin in der Organisation von den verschiedensten Events - von Parties über Gastredner und Konferenzen an der Schule.
Dieser Artikel ist erschienen am 22.12.2004