Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche

Angst vor der Fremde

Foto: Pixelquelle.de
Der globale Wettbewerb verschärft den Kampf um die besten Kräfte, doch von grenzenloser Mobilität kann keine Rede sein. Viele Bewerber haben Angst, soziale Bindungen aufzugeben; hinzu kommen Sprachschwierigkeiten.
Der globale Wettbewerb verschärft den Kampf um die besten Kräfte, doch von grenzenloser Mobilität kann keine Rede sein. Viele Bewerber haben Angst, soziale Bindungen aufzugeben; hinzu kommen Sprachschwierigkeiten. Unternehmen unterschätzen diese Probleme, wie eine aktuelle Befragung von PricewaterhouseCoopers (PWC) in 13 EU-Staaten zeigt. ?Der private Neuanfang lässt 40 Prozent der potenziellen Bewerber vor dem Gang ins Ausland zurückschrecken?, sagt PWC-Berater Louis de Vries. Nicht einmal die schlechte wirtschaftliche Lage im Heimatland fördere die Bereitschaft der Fach- und Führungskräfte zum Ortswechsel.

Weitere Gründe sieht de Vries in der immer noch mangelnden Anerkennung der unterschiedlichen europäischen Hochschuldiplome und der Unsicherheit der Bewerber über Steuer, Krankenversicherung und Arbeitsrecht. ?Unternehmen sollten ihren Bewerbern schon in den Stellenanzeigen aktive Unterstützung signalisieren?, fordert er. Denn ein Wechsel wirke oft problematischer, als er in Wirklichkeit sei. Auch ein Blick in das Eures-Portal zur beruflichen Mobilität könne helfen. Fest steht: Die Internationalisierung der Unternehmen schreitet weiter voran. Bereits 38 Prozent setzen auf Bewerbungen aus dem Ausland.
Dieser Artikel ist erschienen am 03.01.2007