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Angst um den Job: Grund für niedrigen Krankenstand

Die Angst um den Job drückt den Krankenstand. Die Hälfte aller Erwerbstätigen in Deutschland würde sich aus Angst um den eigenen Arbeitsplatz nicht krank melden. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) unter knapp 2000 Arbeitnehmern zwischen 16 und 65 Jahren.
Die Angst um den Job drückt den Krankenstand. Die Hälfte aller Erwerbstätigen in Deutschland würde sich aus Angst um den eigenen Arbeitsplatz nicht krank melden. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) unter knapp 2000 Arbeitnehmern zwischen 16 und 65 Jahren."Uns ging es darum, die Stimmung in den Betrieben bei der jetzigen Wirtschaftlage einzufangen", erklärt Klaus Zok vom WIdO. "Was wir feststellen konnten, ist eine sehr hohe Arbeitsmotivation aus Angst vor dem Jobverlust." Zudem gebe es auch strukturelle Gründe für den Rückgang der Krankmeldungen: Erwerbstätige seien tendenziell immer jünger und somit weniger krank. Der Wandel von der Industriegesellschaft zur Dienstleistungsgesellschaft, der weniger Arbeitsunfälle und weniger körperliche Belastung am Arbeitsplatz mit sich bringe, sei ein weiterer Grund für sinkende Krankenstände.

Die besten Jobs von allen

In der Untersuchung sagten neun von zehn Befragten, dass sie auch dann zur Arbeit gingen, wenn es ihnen nicht so gut gehe. 71 Prozent gaben an, dass sie im letzten Jahr trotz Krankheit gearbeitet hätten. Um gesund zu werden setzen die Kranken lieber auf das Wochenende oder greifen auf Urlaubstage zurück. 30 Prozent aller Arbeitnehmer gingen sogar dann arbeiten, wenn der Arzt davon abgeraten hat.Im Herbst erscheint der "Fehlzeiten-Report 2003" mit weiteren Daten und Analysen zur aktuellen Krankenstandsentwicklung sowie betrieblichen Strategien zur Vereinbarkeit von Familie, Beruf und Privatleben:
Fehlzeiten-Report 2003. Wettbewerbsfaktor Work-Life-Balance.
B. Badura / H. Schellschmidt / C. Vetter (Hrsg.)
Springer Verlag, Oktober 2003, Euro 29,95
Dieser Artikel ist erschienen am 30.06.2003