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Anbiedern lohnt sich nicht

Personaler sehen es nicht gerne, wenn sich Bewerber als Fan des Unternehmens oder Konsument der Produkte outen - Motivationsschreiben in Bewerbungsmappen sind überflüssig.Bewerber sollten auf Motivationsschreiben und Anbiederung in ihren Unterlagen verzichten und lieber darauf achten, dass Anschreiben und Lebenslauf alle wichtigen Fragen abdecken. Das rät das Job- und Wirtschaftsmagazin karriere in seiner am 27. Januar erscheinenden Ausgabe.

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Absolute ?Don? ts? fürs Anschreiben sind Ich-Aussagen über Loyalität und Identifikationsbereitschaft, das Outing als Fan des Unternehmens oder gar die Betonung, dass man die Produkte des Unternehmens konsumiert.?Vermeiden Sie in den ersten beiden Absätzen Ihres Anschreibens jegliche Ich-bin-Aussagen?, rät Bewerbungsberater Gerhard Winkler in karriere. ?Ihre Stärken leitet jeder Profi von Ihren Lern- und Jobleistungen, von Ihren Erfolgen und Verdiensten ab. Ich-Statements gehören allenfalls in die Zusammenfassung am Ende.??Ein Motivationsschreiben ist völlig überflüssig?, sagt auch Hans-Christoph Kürn, Leiter E-Recruiting bei Siemens, gegenüber dem Magazin. ?Ein Kandidat sollte im Anschreiben erklären, wer er ist, wieso er sich auf die Stelle bewirbt und warum er zu Siemens passt.? Bewerbungsberater Winkler empfiehlt sogar, auf Lippenbekenntnisse ganz zu verzichten und lieber Fakten sprechen zu lassen, um seine Motivation zu unterstreichen. Branchenkenntnisse oder bereits durchgeführte Projekte im angestrebten Gebiet überzeugen mehr als bloße Interessenbekundungen.Für Bewerber um Ausbildungs- und Studienplätze, Stipendien und Förderungen werden Motivationsschreiben dagegen immer wichtiger. Mit ihnen soll sich der Studien- oder Stipendienbewerber zu der fördernden Einrichtung und deren Gesinnung bekennen oder die Ernsthaftigkeit seiner Ausbildungsabsichten darlegen.Die Februar-Ausgabe von karriere erscheint am 27. Januar 2006.
Dieser Artikel ist erschienen am 30.01.2006