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An Hochschulen droht Studienplatzabbau

An vielen deutschen Hochschulen droht in den kommenden Jahren ein massiver Abbau von Studienplätzen. Schuld sind gewaltige Kürzungen in den Landeshaushalten, berichtet das Job- und Wirtschaftsmagazin karriere in seiner am 25. August erscheinenden September­ausgabe. Allein an den drei Berliner Universitäten werden zahlreiche Studiengänge und rund ein Fünftel aller Professorenstellen (220) abgebaut. Mit jedem gestrichenen Studiengang und jedem eingesparten Professor fallen Studienplätze weg. Bereits zum kommenden Wintersemester gibt es 2.500 Studienplätze weniger als noch vor drei Jahren, ein Minus von 28 Prozent. Bis 2009 soll die Zahl der Plätze für Studienanfänger weiter sinken von 10.940 in diesem Jahr auf 9.780.An der Technischen Universität Berlin sind von den Streichungen die Fächer BWL, VWL, ein großer Teil der Geisteswissenschaften und die Lehrerausbildung betroffen; an der Freien Universität fallen künftig Soziologie, Musikwissenschaft und Evangelische Theologie weg. Die Humboldt-Uni hat den Studiengang Ur- und Frühgeschichte gestrichen. Ursache für den Kahlschlag in Berlin ist der rigorose Sparkurs des Senats, berichtet das Magazin karriere weiter. 75 Millionen Euro müssen die Unis bis 2009 einsparen.

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Ein Trend, der nicht nur in der Hauptstadt zu beobachten ist. Die Bremer Hochschulen müssen bis 2010 Kürzungen in Höhe von 100 Millionen Euro hinnehmen: ?Wenn unsere Mittel weiter sinken, müssen wir entweder in der Forschung sparen oder Studienkapazitäten abbauen?, kündigt Eberhard Scholz von der Uni Bremen an. Auch Sachsens Minister-präsident Georg Milbradt droht, dass sein Land ohne einen neuen Länderfinanzausgleich massiv Studienplätze werde streichen müssen.Schwieriger wird die Suche nach einem Studienplatz auch in anderen großen Unistädten: Die Hochschulen Potsdam, Köln und Hamburg werden künftig weniger Erstsemester aufnehmen können ? bei rasant steigenden Bewerberzahlen von bis zu 40 Prozent. Schon jetzt kommen auf jeden Studienplatz zig Bewerber. An der Uni Göttingen gibt es für die 40 Fächer mit interner Zulassungsbeschränkung bereits zehnmal so viele Bewerbungen wie Studienplätze. ?Doch die Landesmittel für unsere Uni sind in den letzten zehn Jahren um etwa 15 Prozent gekürzt worden?, sagt Marietta Fuhrmann-Koch, Sprecherin der Uni Göttingen, in karriere. Die Konsequenz heißt Studienplatzabbau.Die September-Ausgabe von karriere erscheint am 25. August 2006.
Dieser Artikel ist erschienen am 25.08.2006