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American-Airlines-Chef Carty zurückgetreten

Richtig sauer waren die Beschäftigten von American Airlines darüber, dass sie die Gürtel enger schnallen mussten, während sich die Top-Manager hohe Prämien genehmigten. Das hat nun auch personelle Konsequenzen.
HB/dpa FORT WORTH. Der Verwaltungsrat des AMR-Konzerns, der Muttergesellschaft von American, hatte am Donnerstag über die Zukunft von Carty und über die Lage der finanziell schwer angeschlagenen Airline beraten.Noch ist nicht klar, ob American am Freitag einen Insolvenzantrag stellen wird oder nicht. Texanische Fernsehsender berichteten von einem Kompromiss zwischen Gewerkschaften und Konzernführung. Darin sollen die Tarifkonzessionen der Belegschaft abgemildert sein. Einzelheiten sollen am Freitag mitgeteilt werden.

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Die AMR Corporation erlitt im ersten Quartal dieses Jahres einen Verlust von 1,04 Mrd. $. Der Konzern gab diese mit Spannung erwarteten Zahlen am Mittwoch bekannt. Im vierten Quartal 2002 hatte es 734 Mill. $ Verlust gegeben. Die Krise bei der weltweit größten Fluggesellschaft spitzte sich damit weiter zu.Konzernchef Carty war wegen heimlich gewährter hoher Boni für sechs Spitzenmanager und Pensionskassenzuschüsse von 41 Mill. Dollar für 45 Führungskräfte, die deren Betriebsrenten für den Fall eines American-Insolvenzantrags schützen sollen, unter massiven Beschuss der Gewerkschaften geraten. Die Boni wurden inzwischen gestrichen, doch will American die Pensionszuschüsse beibehalten.Die 99 000 Bediensteten der American hatten in der vergangenen Woche 1,8 Mrd. $ (1,65 Mrd. Euro) jährliche Tarifkonzessionen als Beihilfe für das Überleben der Fluggesellschaft gemacht. Erst danach gab AMR die enormen Sonderbezüge für die Spitzenmanager bekannt. Die Gewerkschaften und die Mitarbeiter fühlten sich hintergangen. Die Flugbegleiter- und die Mechanikergewerkschaft wollten die Urabstimmungen über die Tarifkonzessionen wiederholen.
Dieser Artikel ist erschienen am 25.04.2003