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Allianz-Chef Schulte-Noelle tritt ab

Von Caspar Busse, Handelsblatt
Der Schritt kommt völlig überraschend. Sein Nachfolger wird Michael Diekmann, der seit 1998 Mitglied des Allianz-Vorstands ist. Mit dem Wechsel sei kein Strategiewechsel verbunden, hieß es bei der Allianz.
Henning Schulte-Noelle geht. Foto: dpa
MÜNCHEN. Schulte-Noelle führt den Konzern seit Oktober 1991. Bisher hatte es immer geheißen, ein Rückzug Schulte-Noelles sei derzeit kein Thema. Zu den Gründen für seinen plötzlichen Abgang heißt es innerhalb der Allianz, Schulte-Noelle wolle Ende April für den Aufsichtsrat der Allianz kandidieren. Es wird nicht ausgeschlossen, dass Schulte-Noelle dann auch zum Nachfolger von Aufsichtsratchef Klaus Liesen gewählt wird, dessen Amtszeit am 29. April 2003 abläuft. Zuletzt stand der promovierte Jurist Schulte-Noelle allerdings auch in der öffentlichen Kritik, da die im vergangenen Jahr übernommene Dresdner Bank mit Milliardenverlusten die Allianz-Gewinnrechnung belastet.Mit dem Wechsel auf dem Chefsessel sei kein Strategiewechsel verbunden, hieß es bei der Allianz weiter. Diekmann sei der "ideale Kandidat" und soll Kontinuität verbürgen. Der langjährige Allianz-Manager, seit 1988 im Konzern, war zuletzt im Vorstand für das Geschäft in Nord- und Südamerika verantwortlich. Dort musste er die angeschlagenen Tochter Fireman's Fund sanieren. Zuvor hatte er als Vorstand für den Konzern das Geschäft in den Wachstumsmärkten Fernost und Osteueropa aufgebaut.

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Als mögliche Nachfolger für Schulte-Noelle war bisher auch Beteiligungsvorstand Paul Achleitner gehandelt worden. Der gelernte Investmentbanker kam aber erst 2000 zum Konzern und verfügt deshalb wohl nicht über den nötige Stallgeruch. Zudem gilt er als Architekt der Dresdner-Übernahme, die zuletzt für viel Ärger sorgte.
Dieser Artikel ist erschienen am 18.12.2002