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Ablehnungsquote extrem gestiegen

Arbeitnehmer haben es immer schwerer, sich gegen Berufsunfähigkeit abzusichern. Wie das Job- und Wirtschaftsmagazin karriere unter Berufung auf den Branchendienst Map-Report berichtet, wird inzwischen jeder achte Antragsteller von den Versicherern abgelehnt. 2001 bekam nur jeder 25ste keine BU-Versicherung

Einzelne Berufsgruppen werden fast gar nicht mehr oder nur mit hohen Risikozuschlägen versichert. Neben körperlich schweren Jobs sind insbesondere kreative und feinmotorische Berufe kaum mehr günstig zu versichern. Eine Schaffenskrise als Folge einer möglichen psychischen Erkrankung ist für Versicherer schwer kalkulierbar. Auch Lehrer sind von Ablehnungen oder Leistungseinschränkungen stark betroffen. Da bei ihnen das Burn-Out-Risiko jenseits der 50 dramatisch ansteigt, versichern diverse Gesellschaften Lehrer nur noch befristet bis zum Alter von 50 oder 55 Jahren, berichtet karriere weiter

Die besten Jobs von allen


"Mit Ablehnungen, Ausschlüssen, Altersbegrenzungen oder Beitragszuschlägen wegen des 'falschen' Jobs, eines gefährlichen Hobbys oder einer Vorerkrankung sind Versicherungen mittlerweile schneller bei der Hand als früher", sagt Ulrike Heitze, Finanz-Redakteurin bei karriere. Die Gründe sind vielfältig: Steigende Erkrankungsquoten, ein verbesserter Verbraucherschutz, der Prozesse teuer macht, strengere EU-Vorgaben zur Eigenkapitalausstattung und Risikomischung sowie ein tendenziell schlechterer Gesundheitszustand der Antragsteller lassen Versicherungen genauer hinschauen, wen sie aufnehmen.

Vorerkrankungen wie Knie- und Rückenprobleme oder Allergien führen häufig zu Ausschlüssen oder totaler Ablehnung. Wie die Versicherer solche Risiken bewerten, ist jedoch sehr unterschiedlich. Verbrauchern rät karriere, mehrere Versicherungen parallel anzufragen - am besten über eine anonymisierte Voranfrage. Dabei werden die Unterlagen vor Einreichung geschwärzt, die Versicherung nimmt Stellung dazu und erhält die Kundendaten erst, wenn der Vertrag abgeschlossen wird. Der Kunde verhindert so, in die so genannte "Sonderwagnisdatei" der Versicherungen zu kommen, in der alle Anfragen inklusive Ergebnis fünf Jahre lang dokumentiert werden.

Die März-Ausgabe von karriere erscheint am 24. Februar 2006.
Dieser Artikel ist erschienen am 21.02.2006