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Alles rund um Arbeitsmarkt, Gehalt und Studium.
ArbeitsmarktIn Deutschland arbeiten 53 000 Apotheker, zwei Drittel davon sind Frauen. Über die Hälfte aller Apotheker sind in Teilzeit beschäftigt. 40 Prozent der Apotheker sind selbstständig, 60 Prozent arbeiten als Angestellte. Bei den Selbstständigen beträgt der Frauenanteil 42 Prozent, bei den Angestellten 86 Prozent. Zuletzt waren bei den Arbeitsämtern 658 Apotheker arbeitslos gemeldet. Dem standen 782 offene Stellen gegenüber.

Die besten Jobs von allen

EinsatzgebieteVier Fünftel der Pharmazeuten arbeiten als Apotheker: 46 000 sind in einer öffentlichen Apotheke tätig, 1 800 in einer Krankenhausapotheke. Rund 5 000 Pharmazeuten sind in Industrie, Verwaltung, Forschung und Lehre sowie bei Verbänden beschäftigt. In der pharmazeutischen Industrie werden sie vor allem in Entwicklung und Produktion (Qualitätssicherung), Marketing, Vertrieb und Verkauf eingesetzt.GehaltIm praktischen Ausbildungsjahr nach dem Studium beträgt das monatliche Bruttogehalt während der ersten sechs Monate 550 Euro, in der zweiten Hälfte 760 Euro. Die Gehälter für Berufsanfänger in öffentlichen Apotheken liegen bei 2.615 Euro monatlich.Das Einkommen eines selbstständigen Apothekers ist umsatzabhängig. Im Schnitt liegt es vor Steuern, Krankenversicherung und Altersvorsorge bei 72.150 Euro pro Jahr.StudiumPharmazie kann nur an Universitäten studiert werden. Die Approbationsordnung legt die Ausbildung zum Apotheker fest. Zuletzt wurde sie im vergangenen Jahr geändert. Die Regelstudienzeit beträgt vier Jahre. Sie wird fast überall eingehalten: Im Schnitt brauchen Studenten 8,4 Semester. Auf dem Lehrplan stehen allgemeine, organische, anorganische, pharmazeutische und physikalische Chemie, Biologie, Physik, Arzneiformenlehre und Toxikologie. Im Grundstudium sind in der vorlesungsfreien Zeit acht Wochen Betriebspraktikum abzuleisten. Im Hauptstudium bilden die pharmakologisch-medizinischen Fächer einen Schwerpunkt: Die Studenten befassen sich mit Krankheitslehre und Therapie. Die Hälfte der so genannten Famulatur können Pharmaziestudenten im europäischen Ausland absolvieren. Die ersten beiden Teile des pharmazeutischen Examens legen Studenten während des Studiums ab. Der dritte und letzte Prüfungsabschnitt folgt auf das praktische Jahr. Mindestens sechs Monate dieses Ausbildungsabschnittes müssen Absolventen in einer öffentlichen Apotheke verbringen. Für die andere Praktikumshälfte stehen etwa Krankenhausapotheke, Hochschulinstitute oder die pharmazeutische Industrie zur Wahl. Ist die dritte Prüfung bestanden, verleiht die zuständige Landesbehörde die Approbation, die Lizenz für den Apothekerberuf.ZulassungsbeschränkungenFür Pharmazie gelten bundesweit Zulassungsbeschränkungen. Bewerbungen gehen also an die Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) in Dortmund. 51 Prozent der Studienplätze vergibt die ZVS nach dem Abiturnotendurchschnitt, 25 Prozent nach der Wartezeit (Zeit zwischen Abitur und geplantem Studienbeginn, unabhängig von einer früheren erfolglosen Bewerbung). Die Hochschulen dürfen 24 Prozent der Studenten selbst auswählen. Und zwar unter jenen, die nach ZVS-Kriterien knapp ausgeschieden sind. Zuletzt nutzten wegen des hohen Aufwands nur wenige Hochschulen diese Möglichkeit. Das Pharmaziestudium kann zum Winter- und zum Sommersemester begonnen werden
Dieser Artikel ist erschienen am 18.07.2002