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Germanisten können alles - und nix. Wie das Studium aussieht, in welchen Jobs Germanisten landen und was sie verdienen: Hier die wichtigsten Infos in aller Kürze.
ArbeitsmarktSchätzungen zufolge sind zwischen 25 000 und 30 000 Personen, die Germanistik als Hauptfach studiert haben, außerhalb der Schulen berufstätig. Laut Bundesanstalt für Arbeit waren im Frühjahr 1 850 Germanisten (ohne Lehrer) arbeitslos. Dem standen 38 offene Stellen gegenüber.

Die besten Jobs von allen

Einsatzgebiete Einen klar abgegrenzten Arbeitsmarkt für Germanisten gibt es nicht, ihre Tätigkeiten sind breit gestreut. Allerdings gelten Presse, Verlage, Rundfunk, Fernsehen, Theater, Dokumentation und Bibliotheken - also der gesamte Medien- und Kulturbetrieb - als wichtigste Arbeitgeber von Germanisten. Absolventenstudien zufolge ist ein Viertel der Germanisten journalistisch tätig. Als Wachstumssektor erweist sich für Germanisten auch Öffentlichkeitsarbeit, Werbung und Marketing. Eine begrenzte Zahl an Arbeitsplätzen bieten Archiv, Übersetzung und Verwaltung. Unabhängig von der Branche ist es die Haupttätigkeit von Germanisten, Texte zu verfassen und zu bearbeiten.Gehalt Die Gehälter der im öffentlichen Dienst angestellten Germanisten richten sich nach dem Bundesangestelltentarif BAT. Danach verdient ein Berufsanfänger durchschnittlich 2.900 Euro brutto im Monat zuzüglich eines 13. Monatsgehaltes. An diesen Größen orientiert sich die Privatwirtschaft. Die möglichen Einkommenszuwächse sind allerdings größer als im öffentlichen Dienst.Studium Im Magisterstudium müssen Studenten ein Teilfach der Germanistik (Neuere deutsche Literatur, Ältere deutsche Literatur/Mediävistik, Sprachwissenschaft/Linguistik) als Hauptfach wählen. Außerdem belegen sie zwei Nebenfächer. Eines davon kann ein weiteres germanistisches Teilfach sein. Das Grundstudium vermittelt einen Überblick über die Inhalte und Methoden aller germanistischen Disziplinen. An ausgewählten Gegenständen werden die Arbeitsweisen geübt. Das Hauptstudium erlaubt eine Spezialisierung nach persönlichem Interesse. Mögliche Schwerpunkte sind: Allgemeine und Vergleichende Literatur- und Sprachwissenschaften, Niederdeutsche Sprache und Literatur, Niederlandistik, Nordistik, Jiddische Sprache und Literatur, Deutsch als Fremdsprache, Medienwissenschaft, Theaterwissenschaft, Buchwissenschaft oder Computerlinguistik. Diese Fächer haben sich an einigen Hochschulen zu eigenständigen Studiengängen ausgewachsen. Ein Großteil der germanistischen Lehrveranstaltungen sind Seminare. Das Studium schließt in der Regel mit dem Magister ab. An der Uni Bamberg dagegen erhalten Absolventen eine Diplomurkunde, an der Ruhr-Uni Bochum sind auch Bachelor- und Masterabschluss möglich. Die Regelstudienzeit beträgt neun Semestern. Die durchschnittliche Studienzeit liegt bei 12,3 Semester. Die kürzeste durchschnittliche Studienzeit legen Bonner Studenten mit 9,9 Semestern vor. Die Uni Duisburg bildet mit 17 Semestern das Schlusslicht.Zulassungsbeschränkungen Für das Studium der Germanistik gibt es nur an wenigen Universitäten örtliche Zulassungsbeschränkungen. Ausgewählt wird dort nach Notendurchschnitt, Wartezeit sowie teilweise einem hochschuleigenen Auswahlverfahren (Interview, berufliche Vorpraxis). Das Studium kann an den meisten Universitäten zum Winter- wie zum Sommersemester begonnen werden. Die Bewerbung ist direkt an die Universität zu richten. Ein Vorpraktikum ist zwar an keiner Hochschule Zulassungsvoraussetzung, zur Absicherung der Studienwahl ist es jedoch empfehlenswert.
Dieser Artikel ist erschienen am 23.05.2002