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Inhalte des Verfahrenstechnik-Studiums und Jobperspektiven.
Arbeitsmarkt und Studenten

Die Verfahrenstechnik ist breit gefächert. Statistisch wird sie nicht als eigene Berufsgruppe ausgewiesen, sondern unter verschiedenen Fachgruppen subsumiert. Deshalb ist nicht bekannt, wie viele berufstätige Verfahrensingenieure es gibt oder wie hoch die Zahl der Studierenden, Studienanfänger und Absolventen ist.

Die besten Jobs von allen


Die VDI-Gesellschaft Verfahrenstechnik und Chemieingenieurwesen beziffert den jährlichen Bedarf auf 1.300 bis 1.700 Jungingenieure. Die Absolventenzahl liegt bei schätzungsweise 680 Verfahrensingenieuren pro Jahr (Verteilung FH/Uni: 80:20).

Einsatzgebiete

Verfahrensingenieure entwickeln, realisieren und betreiben Herstellungsverfahren, in denen aus Rohstoffen sowie mit Hilfe chemischer, biologischer und physikalischer Prozesse Produkte erzeugt werden. Rund 70 Prozent der Verfahrensingenieure sind in der Industrie tätig, 25 Prozent im öffentlichen Dienst, der Rest ist selbständig. Die in der Industrie beschäftigten Verfah-rensingenieure arbeiten vor allem in: Unternehmen mit verfahrenstechnischen Anlagen, das sind Chemie- und Pharma-Unternehmen; Unternehmen der Metall- und Hütten-, Erdöl-, Baustoff- und Abfallbeseitungsindustrie, der Energieerzeugung, Wasserwirtschaft und Nahrungsmittelherstellung; Zulieferbetrieben, die Anlagen oder Anlagenkomponenten herstellen; Ingenieurbüros, die die Berechnung, Planung und Kalkulation von Anlagen bis zur Bauausführung übernehmen; Kontrollinstanzen wie TÜV, Gewerbeaufsichtsämtern oder Umweltschutzbehörden.

Gehalt

Abhängig von Branche, Unternehmensgröße und Praxiserfahrung variieren die Einkommen von Berufsanfängern. Im Schnitt liegen die Einstiegsgehälter zwischen 39.000 und 44.000 Euro brutto pro Jahr.

Inhalte

Verfahrenstechnik ist ein Oberbegriff. Im engen Sinn zählen dazu die Studiengänge Allgemeine Verfahrenstechnik, Maschinenbau/Vertiefungsrichtung Verfahrenstechnik, Chemietechnik und Chemieingenieurwesen. Die Palette weiterer verfahrenstechnischer Studiengänge reicht von der Hüttentechnik über die Papier- und Kunststofftechnik, Textiltechnik, Bio- und Lebensmitteltechnologie bis hin zu Studiengängen der Entsorgungstechnik, des Recycling und der Umwelttechnik. Überall werden die für die entsprechenden Stoffänderungsverfahren notwendigen Kenntnisse vermittelt.

Die folgenden Angaben beziehen sich auf den Studiengang Allgemeine Verfahrenstechnik. Im Grundstudium sind die Fächer Mathe, Datenverarbeitung, Physik, Chemie, Thermodynamik, Strömungslehre, Mechanik, Werkstoffkunde, Elektrotechnik, Mess-, Steuer- und Regelungstechnik sowie Konstruktionslehre zu belegen. Das Hauptstudium umfasst die Fächer Apparatebau, Wärme- und Stoffübertragung, Thermische Verfahrenstechnik, Chemische Verfahrenstechnik, Mechanische Verfahrenstechnik, Bio-Verfahrenstechnik, Prozess- und Anlagentechnik, Umweltschutztechnik sowie technische und nichttechnische Wahlfächer. Die Lehrpläne der Hochschulen weichen besonders im Hauptstudium stark voneinander ab.

Verfahrenstechnik kann sowohl an Universitäten (Regelstudienzeit zehn Semester) wie an Fachhochschulen (Regelstudienzeit acht Semester) studiert werden. Die durchschnittliche Studiendauer beträgt im Studiengang Verfahrenstechnik an Universitäten 11,8 Semester. Tabellenführer ist die Uni Magdeburg mit 10,8 Semestern, Schlusslicht die TU Clausthal mit 13,3 Semestern. An Fachhochschulen beträgt die durchschnittliche Studiendauer 9,3 Semester. Am schnellsten sind die Studenten der FH Köthen und Bremerhaven (8,4 Semester), am langsamsten an der FH Hamburg (12,2 Semester).

Zulassungsbeschränkungen

Die meisten Universitäten und Fachhochschulen können ihre Studienplätze nicht voll besetzen. Deshalb ist das Gros der Studiengänge zulassungsfrei. Nur bei einigen auslandsintegrierten Angeboten übersteigt die Zahl der Bewerber die der Studienplätze.
Dieser Artikel ist erschienen am 25.04.2002