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Arbeitsmarkt, Einsatzgebiete, Gehalt - was angehende Elektroingenieure wissen sollten.
Arbeitsmarkt

In Deutschland arbeiten laut Hochrechnungen des VDE 206.000 Elektoingenieure. Jeder fünfte Elektroingenieur ist über 50 Jahre alt.

Die besten Jobs von allen


Die Mehrzahl der berufstätigen Elektroingenieure hat an einer Fachhochschule studiert. Im Wintersemester 1999/2000 zählten die Fachhochschulen 5.782 Absolventen, die Universitäten 2.825. Der Frauenanteil unter den berufstätigen Elektroingenieuren beträgt knapp fünf Prozent. Bei den Studenten hat er sich innerhalb der letzten zehn Jahre fast verdoppelt: An Universitäten beträgt der Frauenanteil 10,5 Prozent, an Fachhochschulen 8,1 Prozent.

Im Jahr 2001 meldete die Bundesanstalt für Arbeit 9.867 arbeitslose Elektroingenieure. Zwei Drittel davon waren über 50 Jahre alt, jeder zwölfte war jünger als 35.

Einsatzgebiete

Rund die Hälfte der Elektroingenieure arbeitet in der Elektro- und Elektronikindustrie, ein weiteres Viertel in der Informationswirtschaft. Je 19.000 Elektroingenieure stehen auf den Gehaltslisten des Maschinen- und Anlagenbaus sowie der Automobilindustrie und deren Zuliefererbetriebe. Der Rest verteilt sich auf die Elektrizitätswirtschaft, Chemie, Medizin-, Umwelt- und Automatisierungstechnik, Forschungseinrichtungen sowie Dienstleistungsunternehmen. Hauptsächlich sind Elektroingenieure in Produktion, Fertigung und Vertrieb tätig. Die meisten haben sich spezialisiert auf Informations- und Kommunikationstechnik, elektrische Energietechnik, Mess-, Steuerungs-, Regelungs- und Automatisierungstechnik oder Allgemeine Elektrotechnik einschließlich Systemtechnik, Mikrotechnik und Mikrosystemtechnik.

Gehalt

Je nach Branche und Unternehmensgröße liegen die Einstiegsgehälter der Elektroingenieure zwischen 27.500 und 42.500 Euro im Jahr. Nach Angaben des VDE verdient das Gros der Absolventen im ersten Job jährlich zwischen 32.500 und 37.500 Euro.

Inhalte

Das Studium gliedert sich in die Disziplinen Naturwissenschaften/Mathematik, Ingenieurwissenschaften/Informatik sowie nichttechnische Fächer wie Recht, Betriebswirtschaft, Fremdsprachen und Gesellschaftswissenschaften.

Im Grundstudium stehen auf dem Lehrplan die Höhere Mathematik, Physik, Technische Mechanik, Konstruktions- und Fertigungslehre, Werkstoffkunde und Chemie, Grundlagen der Elektrotechnik und elektrische Messtechnik, Grundzüge der Elektronik/Energietechnik/Nachrichtentechnik sowie Grundlagen der Informatik.

Im Hauptstudium werden Gebiete aus Mathematik, Naturwissenschaften und Technik vertieft. Die Studenten wählen nach dem Vordiplom einen Schwerpunkt: Allgemeine Elektrotechnik, Elektrische Energietechnik, Informations- und Kommunikationstechnik, Nachrichten-technik, Technische Informatik (Daten-technik), Automatisierungstechnik oder Mikroelektronik/Mikrosystemtechnik.

An Universitäten müssen im Laufe des Studiums 26 Wochen Industriepraktika absolviert werden, an Fachhoch-schulen sind zwei Praxissemester Pflicht. Üblicherweise schließt das Studium mit dem Diplom ab. Es werden auch Bachelor- und Masterstudiengänge angeboten. Ein weiteres Studienziel ist das Berufsschullehramt. Die Regelstudienzeit beträgt an Fach-hochschulen acht, an Universitäten neun oder zehn Semester. An den Universitäten beträgt die durchschnittliche Studiendauer 12,3 Semester. Die kürzeste durchschnittliche Studienzeit weist die TU Dresden mit 10,6 Semestern auf, Schlusslicht ist die Uni Saarbrücken mit 16 Semestern. Neben Fachhochschulen und Universitäten bieten auch Berufsakademien ein duales, sechssemestriges Studium Elektrotechnik an.

Zulassungsbeschränkungen

Bundesweite Zulassungsbeschränkungen für das Studium der Elektrotechnik gibt es weder an Universitäten noch an Fachhochschulen. Die Bewerbung ist direkt an die Universität oder Fachhochschule zu richten. Teilweise ist ein Vorpraktikum Zulassungsvoraussetzung. In Einzelfällen gelten örtliche Zulassungsbeschränkungen: Die Hochschulen wählen nach Notendurchschnitt, Wartezeit, beruflicher Vorpraxis aus oder führen Interviews. Das Studium kann an den meisten Universitäten und Fachhochschulen zum Winter- und zum Sommersemester aufgenommen werden.
Dieser Artikel ist erschienen am 22.02.2002