Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche

A bis Zett

Arbeitszeit, Einsatzgebiete, Gehalt, Inhalte, Zulassungsbeschränkungen.
Arbeitsmarkt

Zurzeit unterrichten in Deutschland 150.000 Gymnasiallehrer, der Frauenanteil beträgt 48 Prozent. Zwei Drittel der Gymnasiallehrer sind bereits über 45 Jahre alt. Vier von fünf Beschäftigten stehen im Beamtenverhältnis. Ein Viertel aller Gymnasiallehrer arbeitet in Teilzeit.

Die besten Jobs von allen


Einsatzgebiete

Die meisten Bundesländer praktizieren eine so genannte schulformbezogene Lehrerausbildung. Dies bedeutet, dass Absolventen des so genannten Höheren Lehramts die Klassen fünf bis 13 unterrichten können, allerdings ausschließlich an Gymnasien. Andere Bundesländer, beispielsweise Nordrhein-Westfalen, schreiben eine stufenbezogene Ausbildung vor: Wer sich für ein Lehramtsstudium der Sekundarstufe II entscheidet, kann danach an sämtlichen Schulen Oberstufenklassen unterrichten. Sprich, nicht nur an Gymnasien sondern etwa auch an Berufsschulen. Alternativen zum staatlichen Schulwesen bieten sich an Privatschulen. In der freien Wirtschaft haben Absolventen des Höheren Lehramtes dort Chancen, wo neben fachlichen auch methodisch-didaktische Qualifikationen gefragt sind.

Gehalt

Referendare verdienen zurzeit durchschnittlich 1.800 Mark brutto im Monat. Die Gehaltsspanne nach dem Vorbereitungsdienst: Das Gehalt eines unverheirateten Junglehrers im so genannten Beamtenverhältnis auf Probe, das es in einigen Bundesländern gibt, beträgt 5.300 Mark monatlich. Ein Oberstufenkoordinator - eine der Funktionsstellen unterhalb des Rektorats - verheiratet, mit zwei Kindern, verdient nach 15 Berufsjahren monatlich 8.050 Mark.

Inhalte

Die Lehrerausbildung erfolgt in zwei Abschnitten: einem universitären Studium und dem anschließenden Vorbereitungsdienst (Referendariat). Das Studium umfasst den Pflichtbereich der Erziehungswissenschaften sowie den Wahlpflichtbereich der Unterrichtsfächer. üblich ist eine Zweifächerkombination. Zusätzlich kann die Lehrbefähigung in einem dritten Fach erworben werden. Dies verbessert die Einstellungschancen deutlich. Während des Studiums mit einer durchschnittlichen Regelstudienzeit von zehn Semestern sind etwa acht Wochen Schulpraktikum zu absolvieren. Als erstes Bundesland schreibt Baden-Württemberg ein Praxissemester vor. Der Vorbereitungsdienst dauert zwei Jahre, pro Woche müssen Referendare etwa zehn Stunden selbstständig unterrichten. Das Studium schließt mit dem Ersten, der Vorbereitungsdienst mit dem Zweiten Staatsexamen ab.

Zulassungsbeschränkungen

Für das Studium des Gymnasiallehramtes gibt es keine bundesweiten, in Einzelfällen aber örtliche Zulassungsbeschränkungen. Diese richten sich nach den angestrebten Unterrichtsfächern. Ausgewählt wird dann nach Notendurchschnitt, Wartezeit sowie teilweise einem hochschuleigenen Verfahren. Die Zulassung in Kunst, Musik und Sport wird jeweils von einer fachspezifischen Eignungsprüfung abhängig gemacht.

Das Studium kann an den meisten Hochschulen sowohl zum Winter- als auch zum Sommersemester begonnen werden. Die Bewerbung ist direkt an die gewünschte Hochschule zu richten. Für die Aufnahme in den Vorbereitungsdienst besteht ein Rechtsanspruch. Teilweise muss jedoch mit Wartezeiten gerechnet werden.
Dieser Artikel ist erschienen am 19.10.2001