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Wie sieht der Arbeitsmarkt für Wirtschaftsingenieure aus? Mit welchem Einstigesgehalt können sie rechnen? Gibt es Zulassungsbeschränkungen? Hier finden Sie die Antworten.
Arbeitsmarkt

Die Zahl berufstätiger Wirtschaftsingenieure wird auf rund 40.000 geschätzt - Tendenz steigend. Das Jobangebot lag in den vergangenen Jahren regelmäßig über der Zahl der Absolventen. Allein den Arbeitsämtern sind aktuell mehr als 800 offene Stellen gemeldet.

Die besten Jobs von allen


Die höchste Nachfrage kommt aus dem Maschinen- und Fahrzeugbau sowie der Elektroindustrie. Auch bei Energie- und Versorgungsunternehmen, Unternehmensberatungen sowie im Transportsektor besteht Bedarf. Rückläufig ist das Interesse der DV-Branche, der Telekommunikation und der Medizintechnik.

Angestiegen ist allerdings auch die Zahl arbeitsloser Wirtschaftsingenieure. Derzeit sind es rund 4.300.

Einsatzgebiete

Jeder zweite Wirtschaftsingenieur arbeitet in einem Unternehmen des produzierenden Gewerbes (Automobil- und Fahrzeugbau, Maschinen- und Anlagenbau sowie Elektro- und chemische Industrie). Es folgt der Dienstleistungssektor und mit weitem Abstand der Handel. Die Rangliste der bedeutendsten Einsatzfelder: Logistik/Materialwirtschaft/Einkauf, Marketing/Vertrieb, Fertigung/Produktion, Organisation, Beratung, Informations-/Kommunikationssysteme, Unternehmensleitung.

Gehalt

Das Einstiegsjahresgehalt von Uni-Absolventen beträgt im Schnitt 74.500 Mark. Berufsstarter von der FH verdienen im Jahr durchschnittlich 69.000 Mark. Die besten Gehaltsangebote kommen aus der Chemie- und Kunststoffindustrie sowie von den Unternehmensberatungen, hier allerdings mit deutlichen Abschlägen für FH-Absolventen; sie verdienen am meisten in den Unternehmen des produzierenden Gewerbes.

Inhalte

Im Simultanstudium erwerben die Studenten in den ersten vier Semestern Grundlagen der Ingenieurwissenschaften sowie wirtschaftswissenschaftliche Basisqualifikationen. Im Hauptstudium setzen sich diese Fächer anwendungsorientiert fort. In der ingenieurwissenschaftlichen Disziplin haben die Studenten in der Regel die Wahl zwischen den klassischen Ingenieurfachrichtungen. Darüber hinaus gibt es inzwischen branchen- und tätigkeitsbezogene Studienangebote. Einige FH bieten duale Studiengänge an: Studienabschnitte und Arbeit in einem Unternehmen wechseln einander ab. Im nächsten Wintersemester startet an der "Virtuellen Fachhochschule" der erste Online-Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen (www.oncampus.de/studienangebot/wi.html).

Studenten

1989/1990 waren 19.400 Studenten für Wirtschaftsingenieurwesen eingeschrieben, zehn Jahre später waren es bereits 32.700 (Frauenanteil: 16 Prozent). Davon besuchten 19.400 Studenten eine FH, 13.300 eine Uni. Im vergangenen Jahr verließen 3.700 Absolventen die Hochschule. Auch hier überwog der Anteil der FH-Absolventen mit 2.200. Die Studiendauer betrug im Schnitt an der FH 9,5 Semester, an Unis 12,3.

Zulassungsbeschränkungen

An den meisten Hochschulen gibt es keine Zulassungsbeschränkungen. Allerdings müssen vor Studienbeginn häufig technische und/oder kaufmännische Praktika absolviert werden. Wer sich für einen dualen Studiengang interessiert, muss sich etwa ein Jahr vor Studienbeginn um einen Platz in einem Praktikumsbetrieb kümmern.
Dieser Artikel ist erschienen am 17.08.2001