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80 Prozent surfen, mailen und telefonieren im Job privat

Privat surfen, mailen oder telefonieren am Arbeitsplatz ist für die meisten Angestellten selbstverständlich. Mehr als 80 Prozent, so das Ergebnis einer Online-Umfrage des Job- und Wirtschaftsmagazins karriere unter 387 Teilnehmern, nutzt während der Arbeitszeit das Internet, mailt und telefoniert privat oder steigert sogar bei Ebay mit. Nur jeder sechste verzichtet nach eigenen Angaben gänzlich auf die private Nutzung dienstlicher Medien

Rechtlich bewegen sich Privatsurfer und -telefonierer häufig auf dünnem Eis. Denn nach einer Umfrage des Magazins karriere unter den Dax-30-Unternehmen verbieten knapp die Hälfte der größten deutschen Konzerne - vor allem Banken und Versicherungen - die private Internet-Nutzung generell. Nur wenige Firmen wie Adidas-Salomon lassen privates Surfen uneinge­schränkt zu. Der Rest erlaubt die "moderate Nutzung". Arbeitnehmer, die erwischt werden, müssen unter Umständen mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen wie Abmahnung oder sogar Kündigung rechnen

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Die Kontrollmöglichkeiten der Unternehmen, ob dieses Verbot auch eingehalten wird, sind allerdings begrenzt. "Ein Chef darf zwar überprüfen, ob seine Mitarbeiter korrekt, sinnvoll und nach den Vorgaben arbeiten, aber er darf nicht lückenlos kontrollieren. Erlaubt sind nur Stichproben, und der Betroffene muss darüber informiert werden und die Möglichkeit haben, sein Handeln zu erklären", sagt Peter Schaar, Bundesbeauftragter für den Datenschutz, im Interview mit karriere. "Jeder hat ein Recht darauf, zu erfahren, was sein Arbeitgeber über ihn speichert." Nach Schätzungen der Software-Beratung Mainis werden derzeit 40 Prozent der Mails am Arbeitsplatz kontrolliert.

Was ist erlaubt? Was wird kontrolliert? Lesen Sie dazu die
Ergebnisse unserer Umfrage in Unternehmen wie Adidas, BASF, Commerzbank oder R+V

Die März-Ausgabe von karriere erscheint am 24. Februar 2006.
Dieser Artikel ist erschienen am 21.02.2006