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60 Prozent mehr Gehalt für Deutsche-Bank-Chef

Ackermanns Gehalt liegt deutlich über dem anderer deutscher Bankiers. International betrachtet liegt er damit im Mittelfeld.
Josef Ackermann, Chef der Deutschen Bank. Foto: dpa
HB FRANKFURT/BERLIN. Das geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Geschäftsbericht der Bank hervor. Im Vorjahr hatte der Manager, der derzeit im Düsseldorfer Mannesmann-Prozess vor Gericht steht, 6,9 Mill. Euro erhalten. Das entspricht einer Gehaltserhöhung von rund 60 Prozent. Verdient hat sie sich Ackermann nach Angaben der Deutschen Bank durch die höhere Eigenkapitalrendite sowie die positive Entwicklung der Aktie im Vergleich zu Wettbewerbern.Die Summe setzt sich zusammen aus einem festen Gehalt von 1,2 Mill. Euro, einem Bonus von 6,6 Mill. Euro, Aktienrechten im Wert von 2,7 Mill. Euro sowie Aktienoptionen über 0,6 Mill. Euro. Ackermanns drei Vorstandskollegen müssen sich mit jeweils 5,2 Mill. Euro zufrieden geben. Im Mannesmann-Rechtsstreit wird dem Banker vorgeworfen, umstrittene Millionen-Prämien an Manager genehmigt zu haben.

Die besten Jobs von allen

Ackermanns drei Vorstandskollegen mussten sich 2003 mit jeweils 5,2 Mill. Euro (2002: 3,3 Mill. Euro) zufrieden geben. Aufsichtsratschef Rolf-E. Breuer erhielt rund 250 000 Euro. Einschließlich aller Leistungen erhielten die Vorstände zusammen 28,0 Millionen Euro. Für ehemalige Vorstandsmitglieder oder deren Hinterbliebene musste die Bank 2003 sogar 31,2 Millionen Euro aufwenden. Keine Auskunft erteilt Deutschlands größtes Finanzhaus über die Bezüge des so genannten Group Executive Committee, dem weitere Spitzenmanager angehören. Als extrem leistungsabhängig gilt in der Branche die Bezahlung von Investmentbankern - sie kann in Einzelfällen sogar die Bezüge von Vorständen übertreffen.Lesen Sie weiter auf Seite 2: Kanzler Schröder kritisiert die MillionenvergütungenAckermanns Gehalt liegt deutlich über dem anderer deutscher Bankiers wie zum Beispiel Commerzbank-Chef Klaus-Peter Müller (1,4 Mio Euro), international betrachtet liegt er damit im Mittelfeld. Der 2003 als Chef der amerikanischen Citigroup abgetretene Sandy Weill erhielt für das Jahr eine Vergütung von 44,7 Mill. Dollar (36,9 Mio Euro). In Deutschland hatte 2002 der Autokonzern DaimlerChrysler das bestbezahlte Top-Management, die Deutsche Bank folgte auf Platz zwei.Aktionärsschützer fordern Unternehmen seit langem auf, ähnlich wie die Deutsche Bank detaillierte Vorstandsbezüge offen zu legen. In diesem Jahr werden nach Angaben der Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) zehn der 30 im Dax vertretenen Konzerne in ihren Geschäftsberichten entsprechende Zahlen nennen, im Vorjahr waren es sechs.Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) kritisierte am Donnerstag, dass sich ?einige hundert Spitzenverdiener? unter deutschen Unternehmern selbst Millionenvergütungen genehmigten. ?Das mag zwar nach Recht und Gesetz sein, es ist aber nicht nach Moral und Anstand?, sagte Schröder in seiner Regierungserklärung im Bundestag in Berlin.
Dieser Artikel ist erschienen am 25.03.2004