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?Man müsste mal was Gutes tun..."

Junge Erwachsene sind Ehrenamtsmuffel: Sie engagieren sich deutlich seltener für soziale Zwecke als Jugendliche oder Menschen mittleren Alters. Dabei fehlt es nicht immer am guten Willen ? vor allem ihre knappe Zeit hält sie vom gemeinnützigen Engagement ab.
Das will die Berliner Initiative ?Heute ein Engel? ändern: Sie vermittelt soziales Engagement in kleinen Häppchen. Eine Langzeitverpflichtung gibt es nicht; zwei Stunden Vorlesen im Kindergarten, als Kiez-Reporter oder zur Hausaufgabenbetreuung genügen. Für diese Idee hat die Initiative nun einen Sozialpreis gewonnen: Beim Wettbewerb ?Startsocial 2006 ? Hilfe für Helfer? unter der Schirmherrschaft von Bundeskanzlerin Angela Merkel wurde sie jetzt ausgezeichnet.

?Viele Berufstätige denken zwar: Man müsste mal was machen?, erklärt Vorstand Jürgen Grenz die Idee. ?Aber in vielen Berufen ist die Zeit für Langzeit-Engagements nicht planbar.? Vor allem Berufstätige springen auf den Projektcharakter an. Im Schnitt sind die gut 1.400 Ehrenamtler bei ?Heute ein Engel? 37 Jahre alt.

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Seit März gibt es die Initiative unter dem Motto ?Jeder kann helfen? nun auch in München. Damit kommen zu den knapp 200 Berliner Angeboten rund 40 in der bayerischen Landeshauptstadt. Interessierte ?Engel? werden mit ihren besonderen Fähigkeiten in einer Datenbank erfasst und bekommen regelmäßig Infos, etwa einen Newsletter, zugeschickt. Wer etwas Spezielles kann, wird auch mal ganz gezielt angesprochen. ?Eine junge Dame hat angegeben, dass sie Flamenco tanzt?, erinnert sich Jürgen Grenz. ?Die war der Stargast beim spanischen Abend im Seniorenheim.?
Dieser Artikel ist erschienen am 27.04.2007