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?Erfolg macht nicht unbedingt zufrieden.?

?Erfolg macht nicht unbedingt zufrieden.? Das ist das Ergebnis von Dorothea Dettes Doktorarbeit. Die wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Sozialpsychologie der Universität Erlangen-Nürnberg belegt sogar, dass Schritte auf den höheren Stufen der Karriereleiter von steigender Unzufriedenheit begleitet sein können. Nicht etwa, weil ein genügsames, ereignisloses Dasein ohne Herausforderungen angenehmer wäre: ?Es kommt darauf an, was wir unter Erfolg verstehen und wie wir ihn erleben?, so Delle.In ihrer Doktorarbeit "Berufserfolg und Lebenszufriedenheit" entwickelt Dette ein Modell, das mehrere Facetten unterscheidet. Objektiver Erfolg ist demnach von außen wahrzunehmen und an festen Kriterien wie etwa Gehalt oder Delegationsbefugnis messbar. Die subjektive Einschätzung des eigenen Erfolgs kann dagegen nur das Individuum selbst treffen.

Die besten Jobs von allen

Karriereneulinge können aus den Ergebnissen der Studie sowohl eine Empfehlung als auch eine Warnung lesen: Den Fokus allein auf den objektiven Aufstieg zu legen, macht eher unzufrieden. Nur wer seinen Berufsverlauf und die Erfolge selbst positiv einschätzt, ist auf lange Sicht zufriedener mit dem eigenen Leben. Umgekehrt funktioniert das Gespann von Erfolg und Wohlbefinden nicht: Zufriedene Menschen waren fünf Jahre später nicht erfolgreicher als ihre unzufriedeneren Kollegen.Die Daten, die Dorothea Dette ausgewertet hat, stammen aus dem Forschungsprojekt zur beruflichen Laufbahnentwicklung Erlanger Absolventen (BELA-E), das seit zehn Jahren am Erlanger Lehrstuhl für Sozialpsychologie läuft. www.uni-erlangen.de/infocenter/presse/pressemitteilungen/forschung_2005/11_05/768berufserfolg.shtml
Dieser Artikel ist erschienen am 17.11.2005