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Studierende wollen mit aller Kraft in die Arbeitswelt hineinschnuppern
Foto: Robert Kneschke/Fotolia.com
Relevanz von Praktika

Studierende sind heiß auf Praxiserfahrungen

red
90 Prozent der Studenten in Deutschland wollen parallel zu ihrem Studium in die Arbeitswelt hineinschnuppern – am liebsten in Form eines Praktikums. Wie eine repräsentative Umfrage von TNS Emnid unter 3.200 Studierenden ergab, hat dieser Wunsch Vorrang vor einem Auslandsaufenthalt oder der Teilnahme an Exkursionen.
Studierende bereiten sich gezielt auf ihr Leben nach der Universität vor. Die meisten unternehmen einen oder mehrere Schritte, die neben der Studienleistung im Curriculum Vitae, dem Lebenslauf also, auffallen. Vier Fünftel der Umfrageteilnehmer planen bereits ein Praktikum oder haben eines absolviert. Gut ein Drittel interessiert sich auch für Sprachkurse.

"Viele Studierende haben verinnerlicht, dass Aktivitäten und Erfahrungen jenseits des Hörsaals die fachlichen Kompetenzen und damit die Chancen auf einen Traumjob erhöhen", betont Marco Tullner, Wissenschaftsstaatssekretär in Sachsen-Anhalt. Er koordiniert auch die „Länderübergreifende Hochschulmarketingkampagne Mein Campus von Studieren in Fernost“, die die Studentenbefragung in Auftrag gegeben hat.


Grafik Praktika-Relevanz
Quelle: Repräsentative Umfrage von TNS Emnid im Auftrag der Länderübergreifenden Hochschulmarketingkampagne

Ein Praktikum um jeden Preis

Das Besondere an der Umfrage ist nicht allein das hohe Interesse an den beruflichen Einblicken, sondern auch die Tatsache, dass Studierende diesen tiefen Wunsch nicht von der Größe ihres Geldbeutels abhängig machen. Sie wissen sehr wohl, was sie alles finanzieren müssen und greifen in der Regel auf mehrere Quellen gleichzeitig zurück: für ihr Studium und den täglichen Lebensunterhalt hauptsächlich auf die Unterstützung der Eltern und/oder einen Nebenjob, fürs Praktikum oder den Auslandsaufenthalt aber bereiten sie sich durch zusätzliches Jobben vor oder nutzen Erspartes. Nur die wenigsten (13 %) versuchen es mit einem Stipendium.

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Dieser Artikel ist erschienen am 06.10.2015
 

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