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Fair Company | Für Unternehmen

Gute Rahmenbedingungen geben Sicherheit

Anne Koschik
Um die notwendigen Rahmenbedingungen für ihre Praktikanten zu schaffen, müssen Unternehmen nicht nur die Fair Company-Regeln einhalten, sondern auch einige versicherungstechnische Lösungen beachten, die bei den unterschiedlichen Praktikumsformen zum Tragen kommen. Zudem hilft ein guter Praktikumsvertrag, das Arbeitsverhältnis verlässlich zu untermauern.
 
Foto: vloenerjung/Fotolia

Praktikumsrecht

Praktika kosten – Engagement, Ressourcen und Zeit. Optimal eingesetzt, gewinnen aber zwei Seiten: Unternehmen und Praktikanten, die beide in gleicher Weise investieren müssen. Im Idealfall entsteht eine nachhaltige Bindung zum Unternehmen, Talente können identifiziert und Nachwuchskräfte gesichert werden.
 
Den Schutz der Praktikanten hat sich der Gesetzgeber zur Aufgabe gemacht – obwohl es keine speziellen gesetzlichen Regelungen für Praktikanten gibt, wohl aber grundlegende Rechtsnormen innerhalb des Bürgerlichen Gesetzbuches. Das Praktikumsrecht lässt sich zudem eingrenzen durch das Berufsbildungsrecht sowie durch Urteile des Bundesarbeitsgerichts.

Pflichtpraktika

Diese Form der Praktika ist in den Studienordnungen der allgemeinbildenden, beruflichen oder akademischen Bildungsgänge beschrieben. Auch ihre Dauer ist dort festgelegt. Ein gesetzlicher Vergütungsanspruch besteht nicht.

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a) Sozialversicherungspflicht bei Pflichtpraktika während der Schulzeit:
Schüler sind von der Sozialversicherungspflicht sowie von der Beitragspflicht befreit. Die Krankenversicherung wird über die Familienversicherung abgedeckt.

b) Sozialversicherungspflicht bei Pflichtpraktika vor Studienbeginn:
Kranken- und Pflegeversicherung: Praktikanten, die jünger als 25 Jahre alt sind und keine Vergütung erhalten, sind in der Regel über die Familienversicherung abgedeckt. Gibt es diese nicht, muss sich der Studierende in spe pflichtversichern, zahlt aber nur den Studierendenbeitrag (64,77 Euro plus 11,64 Euro für die Pflegeversichung bei unter 23-Jährigen bzw. 13,13 Euro bei über 23-Jährigen). Außerdem besteht Renten- und Arbeitslosenversicherungspflicht. Die Beiträge zahlt allein der Arbeitgeber.

Praktikanten, die ein Entgelt erhalten, sind als Beschäftigte in der Berufsausbildung sozialversicherungspflichtig (Kranken-, Pflege, Arbeitslosen- und Rentenversicherung). Die Regelung zur Versicherungsfreiheit wegen geringfügiger Beschäftigung zieht hier also nicht.

Bei einer Entlohnung von 325 Euro oder weniger muss das Unternehmen alle Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Zahlt der Arbeitgeber mehr, teilen sich Unternehmen und Praktikant die Kosten. Den Sonderbeitrag der Versicherten zur KV von 0,9 Prozent muss der Praktikant alleine aufbringen. Ab dem 23. Lebensjahr zahlen Kinderlose darüber hinaus einen Sonderbeitrag von 0,25 Prozent.

 

Praktikanten willkommen

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