Business Schools

MBA zwischen Reform und Marketing-Geplänkel

Katja Köllen, wiwo.de
Business Schools sind die Kaderschmieden der Manager, doch im Zuge der Finanzkrise gerieten sie in die Kritik. Vielerorts sollte daher die MBA-Ausbildung reformiert werden – was hat sich wirklich geändert?

Foto: WHU

Fehlender moralischer Kompass

Als die Welt in die Finanzkrise stürzte, waren die Schuldigen schnell ausgemacht. Nur auf den Profit bedachte Manager, die sich oft mit dem Titel eines "Master of Business Administration" (MBA) schmückten seien verantwortlich. "Wir sprechen von der Finanz- oder der Wirtschaftskrise, aber im Kern ist die jetzige Situation eine Management-Krise", erklärte beispielsweise Henry Mintzberg, Professor für Management an der McGill Universität im kanadischen Montreal.

Die Kritiker warfen Managern Inkompetenz und fehlendes Verantwortungsbewusstsein vor. "Gierige Absolventen ohne moralischen Kompass" hätten die Finanzkrise verursacht, sagt Michael Czinkota, Professor der Graduate School of Business der Georgetown-Universität.

Im Zentrum der Kritik standen die Ausbildungsstätten, in denen eben diese Manager ihr Handwerkszeug gelernt hatten. Die renommierten Business Schools würden zunehmend "Sozialauthisten" produzieren, sagte beispielsweise Birger Priggat, Professor für politische Ökonomie in der Wirtschaftsfakultät an der privaten Universität Witten/Herdecke.

Kaderschmieden in der Kritik

Forderungen nach mehr Ethik, Verantwortung und Moral in der Managerausbildung wurden immer lauter. "Fehlgeleitete Ausbildung ist ein ganz wichtiger geistiger Katalysator der Finanzkrise", stellte auch Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger im Sommer 2010 noch einmal heraus.

Zwar wurde insbesondere den US-amerikanischen Kaderschmieden vorgeworfen, ein falsches Ausbildungskonzept zu haben, aber auch die Business Schools in Deutschland, Europa und der ganzen Welt sollten auf den Prüfstand.

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