MBA

Harvard, ich komme!

Stefani Hergert
Wer in Harvard studiert, profitiert vom legendären Ruf der UniFoto: © Michael Weymouth
Bei BCG gehen aus Deutschland jährlich 20 Berater zum MBA an die Top-Unis, bis zu 75.000 Euro schießt die Firma zu. McKinsey zahlt ein Jahr weiter Gehalt und sponsert bis zur Hälfte der Studiengebühren. Bei McKinsey hat der Deutschland-Chef selbst erfahren, wie ein Studium in der Ivy-League die Karriere fördert. Frank Mattern schrieb sich 1988 an der Wharton School der University of Pennsylvania ein - eine der Top 5 weltweit.
Er schwärmt von der Internationalität, der Möglichkeit, die deutsche Perspektive auf das Wirtschaftsleben zu erweitern. "Wichtig für mich war auch, dass man sich in Wharton mit Themen befassen konnte, die in Deutschland damals in dieser Form selten angeboten wurden. Es war eine konkretere, praxisnahe Ausbildung für die Kapitalmärkte." Und das habe ihm im Berateralltag bei McKinsey oft genutzt. Das Profil muss stimmen. So schlicht ist die Formel für die Eintrittskarte zu Harvard & Co. Denn nicht jede der Top-Schulen sucht die gleichen Studenten. "Bei Harvard und Stanford ist wichtig, wie schwer der Job zu bekommen ist, den ein Bewerber gerade hat", sagt Sanford Kreisberg, Bewerbungsratgeber und Inhaber von hbsguru.com.Die Hochschule sei recht "markenfixiert" sagt auch ein Harvard-Student: "Wenn ich bei einem Mittelständler in Deutschland arbeiten würde, wäre ich nicht reingekommen." Harvard und Stanford würden junge Bewerber zwischen 22 und 27 bevorzugen. Die Unis weisen solche Pauschalaussagen von sich. Es sei ein Fehler, aus den Profilen der bisherigen Studenten auf die gewünschten Profile zu schließen, sagt Deirdre Leopold, Direktorin an der Harvard Business School. An einer Business School schreibt man sich nicht einfach ein. Man empfiehlt sich - mit Testergebnissen, mehreren Essays und lobenden Worten seiner Chefs.Ein Jahr Vorlauf sollte man einplanen. Allein drei bis vier Monate bereiten sich viele auf den Standardtest vor, den GMAT. Er misst nicht die Intelligenz, zeigt auch nicht, wie viel Wissen ein Bewerber gesammelt hat. Im Prinzip sagt er aus, wie ernst jemandem die Bewerbung ist. Denn der Test - bestehend aus mathematischem und sprachlichem Teil - ist Übungssache. Wer an eine Top-Uni will, sollte schon mit 700 Punkten glänzen, 800 sind maximal drin. Essays und Empfehlungen zählen.Ein Empfehlungsschreiben des Chefs hilft weiter Eine gute Geschichte braucht indes jeder Bewerber, und die legt man in den Essays dar. In sauberem Englisch müssen Bewerber beschreiben, wo sie in ihrer Karriere stehen, welchen Beitrag sie in der MBA-Klasse leisten wollen. Auch ein gutes Verhältnis zum Chef zahlt sich aus. Die Amerikaner wollen sehen, wie man sich im Job schlägt - und verlangen ausführliche Empfehlungsschreiben. Im Auswahlgespräch wird zuletzt der persönliche Eindruck gecheckt.Wer all die Hürden genommen hat, kann sich auf die Aufnahme in einen erlesenen und beständigen Kreis freuen. Denn das Netzwerk der Elite-Unis ist auch Jahre nach dem Abschluss stark. Und manche Studenten kehren, wie Karl Lauterbach, gar als Professoren zurück. Auch wenn die eigene Leistung da schon mal etwas relativiert wird.Lesen Sie mehr zum Thema "MBA":
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Dieser Artikel ist erschienen am 18.08.2010

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