Deutsche Business Schools

Der Durchbruch braucht Zeit

Stefani Hergert
Deutschland ist ein Entwicklungsland in Sachen MBA. Trotz vorzeigbarer Erfolge, fehlt den Anbietern noch internationales Ansehen.
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Foto: Goethe Business School

Abschied vom eigenen Namen

Andreas Hackethal hat zum 1. Oktober auf seiner Visitenkarte etwas geändert, was Außenstehende als Kleinigkeit abtun würden. Stand dort bisher „Dekan der Goethe Business School“, liest man nun „Dekan des Fachbereichs Wirtschaft der Goethe-Universität“.

Der neue Titel ist das äußere Zeichen dafür, dass die Business School, die sich der Managerweiterbildung mit dem Abschluss Master of Business Administration (MBA) verschrieben hat, stärker in die staatliche Mutter-Universität integriert wird. Zuvor schon hatten die Frankfurter den Executive MBA für erfahrene Führungskräfte eingestellt.

Jetzt glauben nicht nur Konkurrenten, dass die Frankfurter sich künftig auf die Weiterbildung für Banker konzentrieren – und sich vom klassischen Business-School-Ansatz weitgehend verabschieden, auch wenn der MBA-Studiengang bleibt. Dabei galt die Frankfurter Business-School als Beispiel für eine gut funktionierende MBA-Ausbildung: Experten setzten sie nach der Mannheimer Business School und der WHU bei Koblenz auf Platz drei der besten deutschen Wirtschaftshochschulen.

International sichtbar bleiben

Das ist der zweite Rückschlag in diesem Jahr für den deutschen Markt der Business-Schools. Im Juli wurde in Bonn der deutsche Teilzeit-MBA der niederländischen Wirtschaftshochschule Tias Nimbas eingestellt. „Wenn gute MBA-Programme vom Markt verschwinden, ist das schlecht für den deutschen Markt. Wir brauchen die Programme, um international als MBA-Standort sichtbar zu bleiben“, sagt Jens Wüstemann, Präsident der Mannheim Business School.

Nur internationale Studenten garantieren den Teilnehmern jenes globale Umfeld, das den MBA zum Karriereturbo gemacht hat – ohne die Vielfalt an Nationen, Kulturen und Berufen ist das Studium nur halb so wertvoll.

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