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Headhunter im Interview
Foto: Jakub Jirsak/Fotolia.com
Interview: Was beim Personalberater zählt

Interesse an harten Fakten und der richtigen Motivation

Interview: Anne Koschik
Personalvermittler gehen nicht nur aktiv auf mögliche Kandidaten zu. Sie sind darauf eingestellt, dass sich karrierewillige Interessenten initiativ bei ihnen bewerben, sagt Szilvia Lengyel von Randstad Deutschland. Das Wichtigste, was Bewerber einreichen müssen, ist ein aussagekräftiger Lebenslauf. Zudem sollte der Wechselwille sehr deutlich werden.
Unter dem Stichwort "Personalberatung" bzw. "Personalvermittlung" sind heutzutage Headhunter, Projektvermittler, Recruiting für Interimsmanagement und Zeitarbeit versammelt. An welchem Punkt fängt Headhunting eigentlich an?
Szilvia Lengyel, Head of Permanent Placement bei Randstad DeutschlandFoto: Randstad
Bei den Personalberatungen in Deutschland wird das sehr individuell und unterschiedlich gehandhabt. "Headhunter" ist kein geschützter Begriff. Klassisch wird er für die Executive Search verwendet: Hier werden exklusive Positionen, sehr spezielle Funktionen und Managementstellen besetzt. Wir von Randstad verwenden die Begriffe Personalvermittlung und Personalberatung für unsere Dienstleistung. In Abgrenzung zur Zeitarbeit vermitteln wir passende Kandidaten direkt zur Festanstellung an unsere Auftraggeber, die mit sehr konkreten Vorstellungen für die zu besetzenden Stellen an uns herantreten.

Sind Sie es gewohnt, dass sich Führungskräfte oder Fachkräfte mit Karrierewillen initiativ bei Ihnen bewerben?

Das kommt durchaus vor. Wir nehmen diese Bewerber dann gerne in unsere Datenbank auf. Manchmal sind es auch frühere Kandidaten, die wir in der Vergangenheit bereits schon einmal erfolgreich an ein Unternehmen vermittelt haben.

Primär ist es so, dass wir Bewerbungen erhalten auf unsere Ausschreibungen auf unserer Webseite oder auf Stellenbörsen, wie zum Beispiel personalvermittlung.de. Oder wir gehen aktiv auf mögliche Bewerber zu. Wir finden diese über Social-Media-Kanäle, in unserer eigenen Datenbank oder über andere Netzwerke.

Wie spricht man Headhunter am besten an? Welche Unterlagen will ein Headhunter sehen?

Der Erstkontakt erfolgt in der Regel zunächst per E-Mail. Ein klassisches Anschreiben ist nicht zwingend erforderlich, aber dennoch gern gesehen. In der Regel reicht aber der aktuelle aussagekräftige Lebenslauf. Dieser sollte in jedem Fall Informationen über relevante berufliche Stationen, Berufserfahrungen und Fachkenntnisse, das aktuelle Tätigkeitsfeld, eventuelle Führungserfahrung und Zusatzqualifikationen, Hochschulabschlüsse und gegebenenfalls Auslandserfahrungen enthalten. In diesem Zusammenhang prüfen wir selbstverständlich die Bewerbungsunterlagen der Bewerber und erteilen im Einzelfall Hinweise, falls wir Optimierungsbedarfe erkennen. Das ist ein wesentlicher Unterschied zur direkten Bewerbung bei einem Unternehmen und ein Vorteil für den Bewerber.