Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Weiterbildung im Top-Management
Foto: vetkit / fotolia.com
Weiterbildung im Top-Management

Zurück auf die Schulbank

Stefani Hegert
Fast alle Top-Business-Schools bieten Seminare für Spitzenmanager. Doch: Was kann eine Uni ihnen noch beibringen?
Er bräuchte viele Seiten, wenn er alles aufschreiben wollte, mit was er sich den ganzen Tag beschäftige, schreibt der Finanzchef im Firmenblog. "Spieltheorien im Wettbewerb, Corporate Governance, Mikroökonomie, aber vor allem Strategiearbeit", nennt er als Beispiele. "Was macht einige Unternehmen erfolgreicher als ihre Wettbewerber? Dafür haben wir uns Unternehmen, wie Ogilvy & Mather (Werbeagentur), Marks & Spencer (Retailer) oder Charles Schwab (US-Finanzdienstleister) genau angeschaut", berichtet der 50-jährige Manager seinen Mitarbeitern weiter.

"Diskussionen mit Menschen aus 42 Nationen" erlebe er, die Kollegen seiner Arbeitsgruppe kämen aus "Neuseeland, Amerika, Chile, Japan, Singapur und Österreich." Er habe Vorlesungen gehört, etwa darüber, wie das Gehirn Entscheidungen fällt und wie stark sich der Mensch dabei von seinen Gefühlen leiten lasse. Anschließend zeigt er seinen Kollegen auf, was das für ihr Geschäft bedeutet, wie sehr Emotionalität die Kaufbereitschaft, Markenwerte und Loyalität beeinflusse. "Faszinierend" nennt er diese Vorlesung.

6 Wochen Lernen im Silion Valley

Über seinen Ausflug an eine der besten Universitäten der Welt berichtete 2013 niemand Geringeres als Timotheus Höttges, seinerzeit Finanzvorstand, heute Vorstandschef der Deutschen Telekom. Sechs Wochen verbrachte er im Sommer vor zwei Jahren im Silicon Valley in den USA, auch eine Vorbereitung auf den Chefposten, den er zum Jahresbeginn 2014 übernahm. Sechs Wochen lernte er mit weiteren erfahrenen Führungskräften an der Stanford Graduate School of Business, die man am ehesten als Wirtschaftsfakultät der Stanford-Universität titulieren könnte.

Nur wenige Topmanager reden oder schreiben wie er darüber, dass sie nach sehr vielen Jahren im Job noch einmal zurück an eine Wirtschaftshochschule gehen. Dabei gibt es an vielen renommierten Business-Schools Seminarreihen wie das Stanford Executive Program, die sich ganz explizit an Führungskräfte im Senior-Management mit mindestens zwölf bis 15 Jahren Managementerfahrung und strategischer Verantwortung auf Konzern- oder Landesebene richten. Teure Programme – 63.500 US-Dollar ruft Stanford auf – , wobei für die meisten Teilnehmer wohl eher nicht das Geld, sondern die Zeit ein Hindernis ist, denn sie dauern oft mehrere Wochen.

Fair Company | Initiative

 

Themen im Überblick