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Von wegen Wandel
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Von wegen Wandel

Zukunftsresistente Branchen unter der Lupe

Kerstin Dämon, wiwo.de
Die Unternehmen verändern sich: Sie stellen ihre Kultur auf den Kopf und tüfteln an innovativen, digitalen Projekten. Es gibt aber noch Branchen, die sagen: Wieso Veränderung? Dieses Internet setzt sich eh nicht durch.
Gerade erst hat die Commerzbank eine Studie veröffentlicht, wonach endlich digitale Bewegung in den deutschen Mittelstand gekommen ist: Bei einem Fünftel der Mittelständler präge die Digitalisierung bereits maßgeblich die gesamte Geschäftstätigkeit, die Betriebe stünden der Digitalisierung immer positiver gegenüber, Teamleiter & Co. schaffen ihren Angestellten Freiräume für innovative, digitale Projekte.

Nun zeigt eine Untersuchung der Managementberatung Horváth & Partners, dass sich einige Branchen mit dem Wandel ganz besonders schwer tun. Die Berater haben Unternehmen aus der produzierenden Industrie zu ihrer Digitalstrategie befragt und Tiefeninterviews mit Vertriebsexperten geführt.

Das Ergebnis: Die Industrieunternehmen sind digitale Dinosaurier – zumindest deren Vertrieb. Während die Digitalisierung in der Produktion in vollem Gange ist, nutzen nur zwei Prozent der Industrieunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Möglichkeiten digitaler Vertriebskanäle vollständig aus.

Vertrieb im Industriegütervertrieb überwiegend analog
 
Während der Handel schon lange gezwungen ist, dem Kunden mobile, zumindest aber digitale Kaufmöglichkeiten zu bieten, sieht es bei Geschäftskunden offenbar noch ganz anders aus. Statt Onlineshops & Co. ist der Vertrieb im Industriegütervertrieb noch überwiegend analog. "Das heißt, sie stellen zwar Informationen zu Produkten, Preisen und Einsatzmöglichkeiten auf ihrer Website zur Verfügung, die Produkte sind jedoch nicht online bestellbar", erklärt Studienleiter Rico Manß. Reine B2B-Unternehmen seien im vergleich am wenigsten digital. Dagegen bietet die Hälfte der Unternehmen, die auch direkt an Endkunden vertreiben, notgedrungen mindestens einen Online-Shop an.

Besonders zukunftsresistent sei die Bauindustrie, so die Studie. Etwas weiter sind die Unternehmen aus dem Bereich Elektronik. Überraschend: Die Unternehmensgröße ist gemäß der Analyse der Berater kein Indikator für den digitalen Fortschritt, wohl aber die internationale Ausrichtung. Wer nur in Deutschland aktiv ist, ist demnach deutlich analoger als Unternehmen, die auch international bestehen müssen.

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