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Kreativität in der Arbeitswelt
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Arbeitswelt Europa

Zu wenig kreativer Austausch

Kerstin Dämon, wiwo.de
Die Arbeitswelt verändert sich – Kreativität und Zusammenarbeit rücken immer mehr in den Fokus. Das stellt Unternehmen und Mitarbeiter vor Herausforderungen. In manchen Ländern gelingt der Wandel besser als in anderen.
Produktionsunternehmen müssen immer mehr zum Dienstleister werden, weil der Kunde es so will. Das hat nicht nur Auswirkungen auf das Geschäftsmodell, es verändert auch die Art, zu arbeiten. Außerhalb der Produktionshallen sind auf einmal virtuelle Teams, Diversität und flexibles Arbeiten angesagt. Digitale Transformation findet überall statt.

Cornerstone OnDemand, ein Anbieter von Talent-Managamentsoftware, wollte wissen, wie genau es um die Arbeitswelt in Europa bestellt ist. Deshalb beauftragte das Unternehmen die Marktforscher von IDC, bei mehr als 1300 HR-Verantwortlichen und Managern aus 16 verschiedenen europäischen Ländern nachzufragen, wie bei ihnen gearbeitet wird.

Die Ergebnisse der Studie "Future People – Workplace Evolution in the Age of Digital Transformation" liegen WirtschaftsWoche Online exklusiv vor.

Deutschland hinkt hinterher 

So viel vorweg: Deutsche Unternehmen hinken bei der Nutzung neuer Technologien und der Möglichkeit des Home-Office für Mitarbeiter deutlich hinterher.

Positiv fällt bei den deutschen Unternehmen auf, dass es Mitarbeiter leicht gemacht wird, innerhalb eines Unternehmens die Position zu wechseln. Auch Schulungen für IT-Tools gibt es in deutschen Betrieben vergleichsweise häufig. Trotzdem: Vom Büro der Zukunft, wo sich Mitarbeiter zum kreativen Austausch treffen, wenn sie es wollen und nicht, wenn die Stechuhr es befiehlt, ist man in Deutschland noch sehr weit entfernt.

Mehr Flexibilität sorgt für Produktionssteigerungen

Hier haben die skandinavischen Länder ganz klar die Nase vorn. Auch in Spanien, den Benelux-Ländern und Österreich wird Flexibilität in der Arbeitswelt großgeschrieben. Die geringste Flexibilität bieten Betriebe in Osteuropa – und Großbritannien.

Dabei steigt mit der Flexibilität der Mitarbeiter in der Regel auch die Produktivität eines Unternehmens. Das belegte jüngst eine Studie von Steelcase Werndl, einem Experten für Arbeitsraumgestaltung.

Feedback an Ort und Stelle

Weitere Schlüsselergebnisse der Studie: Das Mitarbeitergespräch ist nicht tot – es verändert sich lediglich. Vom formellen, jährlich stattfindenden Termin mit dem Vorgesetzten geht es hin zu einer kontinuierlichen Feedback-Kultur. Zumindest berichten das 28 Prozent der von IDC Befragten.

Genau richtig findet das Ana-Cristina Grohnert, Personalchefin und Mitglied der Geschäftsführung bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY. "Gerade junge Leute wollen sehr viel Feedback und Gesprächsangebote. Die wollen nicht im Januar hören, dass sie ein halbes Jahr vorher einen Fehler gemacht haben. Dann sagen sie zu Recht: Warum erfahre ich das erst jetzt?"

Ihr Unternehmen hat deshalb verschiedene Tools zur Steuerung des Personals entwickelt, mit dem sich nicht nur virtuelle Teams nach Kompetenzen zusammenstellen lassen, sondern auch über das Performance-Management-System Führungskräfte regelmäßig daran erinnert, Projekte und Mitarbeiter zu bewerten, Feedback zu geben und nachzuhalten, ob Angebot und Nachfrage, beispielsweise beim Home-Office, stimmen.


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