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Interview Motivation

Zu wenig emotionale Begeisterung für den Job

Katrin Terpitz
Materielle Anreize für Mitarbeiter verschleißen schnell. Hugo Kehr, Psychologieprofessor an der Technischen Universität München gibt Auskunft über die Tücken von Incentives.


Foto: sdecoret/ Fotolia.com

Wie wichtig sind Incentives, um Mitarbeiter zu motivieren?

Hugo Kehr: Wenn die Motivation fehlt, machen äußere Anreize durchaus Sinn. Menschen tun etwas, was sie von selbst nicht tun würden. Sobald aber der Anreiz weggenommen wird, verschwindet die Motivation wieder.

Wie stark kann Geld oder ein Geschenk motivieren?

Ist der Anreiz groß genug, dann motiviert er zunächst schon. Materielle Anreize verschleißen aber ganz schnell. 1000 Euro Bonus reichen bald nicht mehr. Freut sich der beste Vertriebler heute über einen Smart, will er bald einen Mercedes und danach einen Porsche als Preis. Der Anreiz muss stetig größer werden, um die gleiche Motivationswirkung zu erzielen

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Incentives können also auch kontraproduktiv sein?

Wird ein toller Preis für den besten Vertriebler ausgelobt, motiviert das vielleicht Top-Leister, aber frustriert die meisten anderen. Arbeitgeber sind sich gar nicht bewusst, wie zweischneidig solche Belohnungen sind. Falsche Anreize können viel Motivation zerstören.

Es nutzt nichts, wenn ein Mitarbeiter eine dicke Prämie für etwas kassiert, was er ohnehin begeistert macht. Wird die Prämie abgeschafft, geht die Motivation in den Keller. Psychologen sprechen vom Korrumpierungseffekt. Daher ist die Wegnahme von Anreizen extrem heikel

Sollten Firmen auf monetäre Anreize verzichten?

Das ist kaum praktikabel, denn Menschen vergleichen sich mit anderen. Gibt es beim Wettbewerber satte Boni,  ühlen sie sich schnell ausgenutzt


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