Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Meditation

Yoga in der Mittagspause

Tina Groll / Zeit.de
Die ehemaligen Bankerinnen Ulrike Reiche und Dagmar Völpel erkannten vor einigen Jahren den Bedarf für Yogakurse in Unternehmen. Heute bieten sie selbst solche Kurse an. Im Interview erzählen sie, wie sie gestresste Mitarbeiter mit Yoga fit machen.
Yoga hilft Stress abzubauenFoto: © Aleksandar Radovanovic - Fotolia.com
Frau Völpel, Sie waren im Management der Dresdner Bank und haben die Führungsposition aufgegeben, um Yogalehrerin zu werden. Heute trainieren Sie ihre ehemaligen Kollegen. Wie kam es dazu?
Dagmar Völpel: Das ist eine lange Geschichte. Ich habe nach dem Studium das Traineeprogramm bei der Dresdner Bank in den 80er Jahren durchlaufen und bin nach und nach aufgestiegen. Zuletzt war ich Abteilungsdirektorin. Doch mit dem Aufstieg auf der Karriereleiter nahm auch der Druck zu und ich brauchte in diesem See des Karriere-Wahnsinns eine Insel der Glückseligkeit. So kam ich auf die Idee, es mit Yoga zu probieren und im Yogakurs habe ich Ulrike getroffen.
Ihre heutige Partnerin, die ebenfalls Bankerin war. Frau Reiche, wie sind Sie zum Yoga gekommen?
Ulrike Reiche: Ich arbeitete in der Personalabteilung der Deutschen Bank. Durch die überwiegend sitzende Tätigkeit bekam ich Rückenprobleme und so habe ich mit Yoga angefangen. Das gab mir Stabilität. Und ich fand es schön, mit Dagmar eine Frau zu treffen, die den gleichen beruflichen Background und die gleichen Themen wie ich hatte. Wir waren ja beide in unserer beruflichen Laufbahn an einer Stelle, an der wir einige Stationen hinter uns hatten und uns fragten, ob man nicht auch gesünder arbeiten könnte.

Die besten Jobs von allen

Völpel: Wir saßen uns also jeden Dienstagabend im Yogakurs gegenüber und tauschten uns aus. Dabei haben wir beide schnell gemerkt, wie gut uns Yoga tut und dass die Übungen und Meditationen dabei helfen, Konflikte und Stresssituationen aus dem Beruf zu neutralisieren.Aber wenn Ihnen Yoga hilft, sich wieder wohl und gesund zu fühlen, warum haben Sie dann Ihre Karrieren an den Nagel gehängt und den Schritt in die Selbständigkeit gewagt?
Völpel: Weil wir gemerkt haben, dass das die Richtung ist, in die wir gehen wollten. Die Idee zum Business-Yoga kam uns erstmals bei einem gemeinsamen Mittagessen beim Inder. Das war im Herbst 2002. Vorher hatten wir bereits überlegt, eine Yogaschule zu eröffnen.
Reiche: Ich war seinerzeit auch schon in der Ausbildung zur Yoga-Lehrerin. Und wir beide bekamen damals schon viele Anfragen, ob wir nicht Kollegen unterrichten könnten. Da merkten wir: Hier gibt es einen Bedarf, der über eine normale Yogaschule hinausgeht.Völpel: So entstand die Idee, Unternehmen Yoga-Angebote zu entwickeln. Unsere Arbeitsweise, wie wir die Dinge angehen, eben weil wir aus dem Management kommen, entspricht der unserer Zielgruppe. Wir sind es gewohnt, Themen konzeptionell zu bearbeiten und so haben wir passend zu den Themen wie Stressbewältigung, Lernprozessen und Selbststeuerung, Work-Life-Balance oder bewusste Kommunikation Übungen und Meditationen ausgewählt. Wir arbeiten auf Basis des Kundalini Yoga, wie es von Yogi Bhajan gelehrt wurde. Diese Yoga-Technik wirkt über den Körper auf die Psyche. Dabei werden Atemübungen mit Körperhaltung und -bewegung verbunden. Jeder kann Kundalini Yoga praktizieren. Extreme Beugungen, Drehungen und Spreizungen oder ähnliches gehören nicht dazu.

Fair Company | Initiative

 

Themen im Überblick