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Ab in den Taunus

Wo Frankfurts Banker heimlich tagen

Cornelius Welp, Mark Fehr und Saskia Littmann | wiwo.de
Das deutsche Finanzzentrum bietet Bankern und Beratern viele Treffpunkte, aber wenig Diskretion. Die wichtigsten Gespräche finden deshalb außerhalb statt. Wo sich die Elite trifft.

Foto: Villa Kennedy

Spontane Freudenfeiern

Endlich ist es geschafft, und spontan muss zumindest eine kleine Feier her. Und so versammeln die frisch gekürten künftigen Deutsche-Bank-Chefs Anshu Jain und Jürgen Fitschen einige Manager des Instituts um sich, um im Hotel Villa Kennedy auf die gemeinsame Nachlasspflege Josef Ackermanns und hoffentlich gute Zusammenarbeit anzustoßen.

Solch spontane Freudenfeiern sind in Frankfurt nicht nur wegen der mal mehr, mal weniger ausgeprägten Krisenstimmung selten – und wenn es sie gibt, finden sie im Verborgenen statt.

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Die Finanzbranche bevorzugt nicht nur bei der Erstellung ihrer Bilanzen, sondern auch bei der Pflege ihrer Netzwerke die Intransparenz. "Im Vergleich zu Berlin ist Frankfurt deutlich unterentwickelt", sagt ein Vorstand. In den zahlreichen auf die zahlungskräftige Klientel ausgerichteten Restaurants finden vor allem informelle Plaudereien statt. Clubleben gibt es deutlich weniger als in der Hauptstadt.

Leichter Einstieg in schwierige Gespräche

Die entscheidenden Treffen laufen in blickdicht verschlossenen Türmen. Bei der Deutschen Bank finden harte Verhandlungen in den Hochhaustürmen statt; soll es jovialer zugehen, laden Ackermann und Kollegen in die Villa Sander fast direkt nebenan.

Schon das Foyer des Gästehauses symbolisiert mit den Marmorsäulen Geldgeschichte, in den traditionell möblierten Verhandlungs- und Speiseräumen in den oberen Etagen fällt auch der Einstieg in schwierige Gespräche leicht. So führten Deutsche-Bank-Vorstände 2009 hier erste Sondierungsverhandlungen mit den Eigentümern der angeschlagenen Privatbank Sal. Oppenheim.

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