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Wo bleibt der Gründergeist?
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Furcht vorm Scheitern

Wo bleibt der Gründergeist?

Kerstin Dämon, wiwo.de
Bürokratische Hürden, hohe Kosten und dann zweifelt noch das soziale Umfeld am Erfolg: In manchen Ländern haben es Gründer nicht leicht, die Idee vom eigenen Unternehmen in die Tat umzusetzen. Deutschland gehört dazu.
Glaubt man der schönen, bunten Fernsehwelt, ist Deutschland voller junger Leute mit vernünftigen bis verrückten Ideen, die neue Unternehmen gründen. Ob "Die Höhle der Löwen" auf Vox, das amerikanische Pendant "Shark Tank" oder das neue Format "Accelerator" von ProSiebenSat.1: überall werben Gründer im Fernsehen um das Geld von Investoren, um ihr junges Unternehmen auf- und auszubauen. Start-ups scheinen nur so aus dem Boden zu schießen. Und entweder geht es um Mode, Sport, Ernährung oder Apps – am besten alles zusammen.

Deutschland ist ein Mekka für junge Visionäre, so scheint es. Zumindest, wenn man keinen allzu genauen Blick auf die Statistiken wirft: Die Politik behindert Unternehmensgründungen, immer mehr Selbstständige verkalkulieren sich und brauchen letztlich Hartz IV, um zu überleben. Ein Viertel macht sich noch nicht einmal Gedanken, wie das eigene Unternehmen heißen soll und tauft sich schon im ersten Jahr um. Sollte dennoch alles gut gegangen sein, verpennen die Gründer die Suche nach einem geeigneten Nachfolger.

Deutschland ist kein Land für Gründer

Und jetzt das: Was die Bedingungen für Gründer angeht, landet Deutschland auf Platz 41 – von 44 untersuchten Ländern. Für den Amway Entrepreneurial Spirit Index (AESI) haben das Konsumgüterunternehmen Amway und die TU München – unter anderem in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) fast 50.000 Männer und Frauen ab 14 Jahren zum Thema Selbständigkeit und Entrepreneurship befragt. Die Umfrageteilnehmer aus 44 Ländern sollten angeben, ob es in ihrem Land politisch erwünscht sei, sich selbstständig zu machen, wie einfach es sei, seine Ideen auch zu verwirklichen und wie hoch der soziale Druck auf Jungunternehmer sei. Eines der Resultate: Deutschland ist sehr weit davon entfernt, ein Paradies für Start-ups zu sein.

Nur in wenigen Ländern ist der Gründergeist noch schwächer ausgeprägt als hier: Mit einem Indexwert von 31 von 100 möglichen Punkten liegt Deutschland zwar vor Polen, Kroatien und Japan – aber deutlich hinter Spitzenreiter Indien mit 79 Punkten. Auch der weltweite (51 Punkte) und der EU-Durchschnitt (45 Punkte) sind deutlich höher.

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