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WM-Jubel während der Arbeitszeit – nur in Absprache mit dem Chef!
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Fußball-Weltmeisterschaft

WM-frei gibt es nicht

Tina Groll, zeit.de
Deutschland ist in die WM gestartet. Doch dürfen Fans die Partien auf der Arbeit schauen? Oder gar wegen eines Spiels später zu Arbeit gehen? – Antworten auf die wichtigsten Fragen für arbeitende Fußballfans.
Muss der Arbeitgeber sein Okay fürs Fußballschauen geben?

Viele Fußballfans möchten keines der Spiele verpassen. Die Gruppenspiele der deutschen Mannschaft finden in der Regel um 18 Uhr statt. Bei Spielen anderer Mannschaften ist der Beginn erst spät am Abend. Fußball-WM zu gucken gilt allerdings seit einem Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurts aus dem Jahr 2011 als "sozialadäquates Verhalten", weil Fußball während einer Europa- oder Weltmeisterschaft einen großen Stellenwert in der Gesellschaft habe. Das ist aber kein Freifahrtschein für Mitarbeiter. Wer ohne Einverständnis und Kenntnis des Chefs die Arbeit liegen lässt, riskiert eine Abmahnung. Das gilt in der Regel auch, wenn man die Spiele per Livestream am Firmenrechner verfolgt.

Wie streng ein Arbeitgeber ist, hängt auch davon ab, ob es im Betrieb eine Arbeitszeiterfassung oder Vertrauensarbeitszeit gibt. Wer bei der Arbeitszeiterfassung seine Zeit mit der WM verplempert und die Minusstunden nicht nacharbeitet, riskiert auf jeden Fall Ärger. Wer bei der Vertrauensarbeitszeit und ohnehin schon angehäuften Überstunden in Absprache mit seinem Vorgesetzten früher zum Public Viewing geht, macht alles richtig.

Können Arbeitnehmer für die WM kurzfristig Urlaub nehmen?

In Absprache mit dem Arbeitgeber ist das möglich. Allerdings muss man damit rechnen, dass andere Kollegen die gleiche Idee haben und es Ärger geben kann. Generell können Mitarbeiter den Zeitpunkt ihres Urlaubs frei wählen. Ausnahme ist nur, wenn zwingende betriebliche Gründe dagegen sprechen. Solche Gründe können sein: die Notwendigkeit, einen Auftrag fristgerecht zu erfüllen, personelle Engpässe in Saison- oder Kampagnenbetrieben, plötzlich auftretende Produktionsnachfragen oder krankheitsbedingte personelle Ausfälle.

Streiten sich mehrere Mitarbeiter um den Urlaub, werden soziale und betriebliche Belange gegeneinander abgewogen. Vorrang etwa hat, für den es der erste Urlaub in diesem Jahr ist. Außerdem werden Alter und ein eventuell damit verbundenes Erholungsbedürfnis oder der Familienstand miteinbezogen. Das bedeutet aber nicht, dass jüngere, kinderlose Mitarbeiter auf jeden Fall leer ausgehen. Hatten die Väter und Mütter im Betrieb etwa schon jede Menge Urlaub, werden sie arbeiten müssen und die Singles bekommen frei. Im Ernstfall kann der Betriebsrat schlichten.

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