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Frauen muss man fördern, damit sie bleiben.
KPMG-Personalvorstand

"Wir verlieren zu viele gute Frauen"

Interview von Tina Groll, zeit.de
Bei den großen Beratungsunternehmen werden Fachkräfte knapp. KPMG-Personalchef Wolfgang Zieren erklärt, wie seine Firma gezielt um Erstsemester wirbt und Frauen fördert.
Herr Zieren, schon in den kommenden fünf Jahren wird laut einer Studie die Zahl der Wirtschaftswissenschaftler um ein Fünftel zurückgehen. Spürt KPMG den Fachkräftemangel schon heute?

Ja, das merken wir schon. Derzeit wird die Situation noch leicht abgefedert durch die doppelten Abiturjahrgänge – aber der Wettbewerb um Talente wird spürbar härter.

Wie viele Bewerbungen bekommen Sie denn im Jahr?

40.000. Wir stellen im Jahr zwischen 1.000 und 1.500 Mitarbeiter ein.

Und das ist zu wenig?

Sicher ließe sich diese Zahl auch noch erhöhen. Aber leider sind nicht alle Wirtschaftswissenschaftler automatisch geeignet. Wir stellen deshalb zunehmend auch Absolventen anderer Fachrichtungen ein. Entscheidend ist bei Bewerbern ein Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen, am lebenslangen Lernen und Teamfähigkeit.

Auch Germanisten können bei Ihnen Karriere als Steuerberater machen?

Prinzipiell ja, zumal die Grenzen zwischen den Geschäftsbereichen Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung und Consulting durchlässiger geworden sind. Das heißt aber nicht, dass wir auf Fachkenntnisse bei den Bewerbern verzichten. Berufseinsteiger bereiten wir deshalb mit besonderen Programmen auf ihre Tätigkeit vor. Consultants müssen beispielsweise die wesentlichen Gesetze kennen. Und wer als Wirtschaftsprüfer oder Steuerberater arbeiten will, muss natürlich die entsprechenden Examina ablegen.

Ihre Branche leidet unter einem angestaubten Image. Warum sollte man heute noch Wirtschaftsprüfer werden?

Der Job als Wirtschaftsprüfer bedeutet nicht, stupide Häkchen hinter Zahlenkolonnen zu machen oder in Bibliotheken zu sitzen, um alte Kommentierungen des Steuerrechts zu wälzen. Vielmehr sind sie Projektmanager. Sie organisieren Aufträge, koordinieren internationale Abläufe. Das angestaubte Image hat mit der Realität nichts zu tun. Das versuchen wir immer wieder deutlich zu machen.

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