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Karrierefaktor Spaß
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Karrierefaktor Spaß

Wie Sie lernen, Ihren Job zu lieben

Kerstin Dämon, wiwo.de
Wenn uns etwas Spaß macht oder zumindest interessiert, lernen wir schneller und arbeiten besser. Doch nicht jede Aufgabe löst Begeisterungsstürme aus. Wie Sie Ihr Gehirn überlisten.
Als Kinder lernen wir gerne und ständig. Je älter wir werden, desto stärker nimmt die Freude am Lernen ab – jedenfalls, wenn wir etwas unbedingt tun müssen und keinen Sinn darin sehen. Die Lateinvokabeln in der Schule zu pauken, macht keinen Spaß – und ist mühsam. Für ein paar Sätze Italienisch für den heißersehnten Urlaub im Süden können wir uns einfacher motivieren.

Den Sinn sehen

Das belegt jetzt auch eine Studie von Psychologen der Michigan State Universität. Darin konnten sie beweisen, dass Menschen Aufgaben deutlich besser und schneller lösen, wenn sie davon ausgehen, dass sie wichtig sind.

In einem Experiment sollten sich Studenten an Silbenrätseln versuchen. Einer Gruppe wurde vorgegaukelt, dass das Rätseln ihnen von persönlichem Nutzen sein und außerdem Spaß machen würde. Der anderen Gruppe gab man schlicht den Auftrag, die Rätsel zu lösen.

Wenig verwunderlich: Die Gruppe, die sich einen privaten Nutzen versprach und einen vergnüglichen Zeitvertreib erwartet hatte, löste die Rätsel schneller – und fühlte sich dadurch weniger angestrengt als die Vergleichsgruppe.

Das Fazit der Forscher: Wer Spaß an etwas hat, sich dafür interessiert und einen Nutzen daraus zieht, der arbeitet effizienter und schneller. Das Problem ist bloß, dass sich der Fließbandarbeiter oder der Lateinschüler wahrscheinlich schwerer damit tun, Spaß an ihrer Aufgabe zu entwickeln als andere. In diesem Fall kann es sich auszahlen, das eigene Gehirn auszutricksen

Arbeit umdeuten 

Studien verschiedener Forscher belegen nämlich, dass Menschen bessere Arbeit leisten, wenn sie nicht alleine sind und ein Kollege dasselbe tut. Mehr noch: Es reicht schon, sich den Arbeitskollegen nur bildlich vorzustellen.

So haben beispielsweise Wissenschaftler der Stanford-Universität herausgefunden, dass auch das Interesse an einer Aufgabe wächst, wenn im Team oder besser noch gegeneinander gearbeitet wird. Außerdem wird die Aufgabe dann als weniger anstrengend empfunden.

Der Mensch misst sich gerne mit anderen. Wer seine Arbeit nicht mag, kann daraus für sich im Stillen einen Wettbewerb machen: Schneller sein als der Kollege, weniger Fehler machen, mehr Spaß haben. Egal ob am Fließband, im Bürostuhl oder auf der Schulbank.

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 15.09.2014

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