Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Jobfallen

Wie Sie die versteckten Karrierekiller enttarnen

Interview: Gero Brandenburg
Heiße Themen: Wohin zum Business-Lunch? Wann gilt welcher Dresscode? Muss Small Talk sein? Viele Fachleute stolpern auf der Karriereleiter, weil sie im Auftreten eher ein Problembär sind. Wie man die Stolperfallen im Job vermeidet.

Foto: Minerva/Studio/Fotolia.com

Frau Meyden, Sie sprechen in ihrem Buch "Karrierekiller" von versteckten Fallen auf dem Weg nach oben. Sie sagen, die größte Falle sei das Ignorieren der versteckten Codes – was sind denn die versteckten Codes?
 
Leider kann man das so konkret nicht benennen, obwohl es schön wäre, wenn man eine Handvoll Fehler vermeiden könnte und dann wäre alles gut. Eigentlich liegt die Herausforderung unserer Zeit darin, die Beschaffenheit der gesellschaftlichen Kultur zu erkennen, in der ich mich gerade bewege.

Wir haben eine Gesellschaft, die sich in vielen Bereichen ausdifferenziert. Wo nach Regionen, Branchen und Unternehmen ganz eigene Kulturen und Spielregeln entstanden sind. Das heißt, im zwischenmenschlichen Bereich passieren viele Fehler.

Die besten Jobs von allen


Nennen Sie bitte ein Beispiel.
Nandine Meyden, Etikette-ExpertinFoto: Etikette und mehr
Stellen Sie sich den Manager vor, der mehrere Jahre in einem IT-Unternehmen gearbeitet und dort erfahren hat, dass man relativ entspannt miteinander umgeht. Die Hierarchien waren flach, die Kleidung informell. Der Umgang mit den Kunden war locker. In einem anderen Software-Unternehmen hat er Ähnliches erlebt.

Aber jetzt, nach zehn Jahren in der Branche, kommt er zum dritten Softwareunternehmen. Und dort laufen die Dinge ganz anders. Manche Dinge sieht man natürlich recht schnell, etwa dass bei Terminen Krawatten getragen werden und das Siezen Alltag ist. Dennoch versteht der Manager die Firmenkultur in vielen Bereichen noch nicht.

Eine E-Mail an den großen Verteiler, die mit den vertraulichen Worten "Liebe Kollegen, …" beginnt, kann schon zuviel des Guten sein. Dass solche Formulierungen nicht erwünscht sind, das sagt einem niemand explizit. Stattdessen gab es anfangs nur den Hinweis, dass es im Unternehmen konventioneller zugeht.



Die besten Jobs von allen


Fair Company | Initiative

 

Themen im Überblick