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Ethik

Wert(e)voll arbeiten, ohne Moralapostel zu sein

Claudia Obmann
Werte erleben eine Renaissance in der Wirtschaft. Aber wie gelingt es, ihnen zwischen Profitstreben und Nachhaltigkeit treu zu bleiben? Junge Manager berichten wie ihre Werte zum Kompass im Konfliktfall wurden.

Foto: nuvolanevicata/Fotolia

Aus der Traum 

Erst neulich gab es wieder diese Situation, die Michael Ilgner innerlich zerreißt: Der Chef der Deutschen Sporthilfe saß mit einer jungen Athletin zusammen, die ein verbotenes Medikament eingenommen hatte. Ihre Fahrlässigkeit hatte böse Folgen: "Mit einem Schlag war der Traum von der sportlichen Karriere geplatzt und in der Familie herrschte finanzielle Not", sagt der 40-jährige Stiftungsmanager.

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Denn wer von der Sporthilfe Geld erhält und des Dopings überführt wird, muss die Finanzspritze zurückzahlen.

Das tut richtig weh, nicht selten fließen Tränen. "Am liebsten hätten wir darauf verzichtet, das Geld zurückzufordern. Aber das geht nicht, denn damit unterlaufen wir das Grundprinzip und würden unserer Verantwortung für alle geförderten Athleten nicht gerecht", sagt Ilgner.

Diskrepanz zwischen Wollen und Handeln

Der frühere Wasserball-Nationalspieler konnte nur noch dafür sorgen, dass die Schülerin die Summe in kleinen Raten zurückzahlen darf. Sich sportlichen Werten wie "Leistung, Fairplay und Miteinander" verpflichtet zu fühlen, ist eine Sache, stets danach zu handeln, jedoch eine völlig andere.

Dieser Konflikt zeigt sich erst recht im Unternehmensalltag.


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