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Gedankenlesen im Job
Mind Hacking – ein neuer Kommunikationsansatz fürs Business.Foto: Jürgen Fälchle/Fotolia.com
Gedankenlesen im Job

Werden Sie zum Mind-Hacker!

Ferdinand Knauß, wiwo.de
Niemand weiß sicher auf Anhieb, was der andere denkt. Aber es gibt durchaus Methoden, um den Gedanken des Gegenübers ziemlich nahe zu kommen – und das zahlt sich aus.
Ein Hacker ist jemand, der weiß, wie er sich in anderer Leute Computer reinschummelt, und diese manipuliert. Was ist dann Mind-Hacking? Die Erfüllung des uralten Traums, die Gedanken des anderen lesen zu können?

"Ich weiß, was du gerade denkst"

Nun wissen wir vermutlich alle, dass das für Liebesbeziehungen der Todesstoß wäre, wie Nick Hornby in seiner Fußball-Autobiographie "Fever Pitch" unnachahmlich gezeigt hat: Wenn er seiner Frau auf deren Frage "Was denkst Du gerade?" am Sonntagmorgen im Bett wahrheitsgemäß antwortete, dass er gerade Tor-Szenen seines geliebten Fußballclubs Arsenal London vor seinem inneren Auge durchspielt – das fände die vermutlich wenig liebenswert.

Was der selbst ernannte "Wirtschaftsmentalist" Norman Alexander in seinem Buch "Mind Hacking" verkauft, ist keine solche Zauberei. Seine Methode, die er übrigens nur mit Beispielen aus dem Berufsleben illustriert, ist letztlich dieselbe wie die des "Mentalist" in der gleichnamigen Fernsehserie: Eine Mischung aus ungewöhnlich hoher Beobachtungsgabe, psychologischem Feingefühl und Intuition.

"Indem Sie Ihr Gegenüber beobachten, die richtigen Fragen stellen und auf Ihre Menschenkenntnis vertrauen, gehen Sie der Gedankenwelt Ihres Gesprächspartners auf den Grund. Zeigen Sie ihm, dass Sie genau wissen, was er denkt, wie er tickt und was er will, und er wird sich Ihnen öffnen. So entstehen Sympathie und Vertrauen!", sagt Alexander.

Körpersignale nicht eindeutig

Die körpersprachlichen Signale hält Alexander für recht trügerisch. Verschränkte Arme zum Beispiel heißen nicht immer und bei jedem, dass er sich nicht wohlfühlt. Sie können auch bedeuten, dass sich jemand entspannt und über eine Situation nachdenkt. Die Sorgenfalten des Gegenübers zeigen zwar eindeutig Sorgen, aber möglicherweise solche, die nichts mit dem Gesprächsthema zu tun haben.

Wirkungsvoller kommt man seiner Ansicht nach an entscheidende Informationen, indem man die Gedanken des anderen zu erraten versucht – und sie geschickt ausspricht.

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