Das Portal von Handelsblatt und WirtschaftsWoche
Job ade!
Foto: Antonio Gravante/Fotolia.com
Arbeitsrecht

Wenn Facebook den Job kostet

Teil 2: Krankfeiern auf Mallorca

Während in den USA schon seit einigen Jahren immer mehr Social Media-Streitigkeiten zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber vor Gericht landen, regeln in Deutschland viele Unternehmen ihre Probleme mit den Mitarbeitern noch außergerichtlich – so auch beim Fall einer Friseur-Auszubildenden. "Ab zum Arzt und dann Koffer packen", hatte die 18-Jährige auf Facebook gepostet

Während ihrer Krankschreibung lud sie noch Urlaubsfotos aus Mallorca und Bilder aus einer Düsseldorfer Disco hoch. Sie erklärte später, der Urlaub wäre mit dem Arzt abgesprochen und positiv für den Heilungsverlauf. "Leider wurde diese Frage im vorliegenden Fall letztlich nicht entschieden, da sich die Parteien in der Güteverhandlung verglichen haben", erklärt die Rechtsanwaltskanzlei Nau aus Kirchheim

Die besten Jobs von allen


Kontaktpflege im Netz als Stolperfalle für den Job

Gerade eine falsche Krankmeldung ist besonders dazu geeignet, via Facebook aufzufliegen. Ebenfalls problematisch ist der Verrat von Geschäftsgeheimnissen, der manchmal ganz unabsichtlich passiert. In der Praxis erhöhe die Nutzung von internetfähigen Mobiltelefonen am Arbeitsplatz die Gefahr des Geheimnisverrats, meint Rechtsanwalt Christoph Rittweger von Baker & McKenzie. "Die Möglichkeit, mit der Handykamera aufgenommene Fotos direkt aus dem Büro im Internet zu verbreiten, trägt zu dieser Gefahr bei", sagt er.

Auch harmlos wirkende Kontaktpflege via Xing oder Facebook kann zur Stolperfalle werden. Kommentiert ein Mitarbeiter den Kontakt zu einem Geschäftspartner mit Ausführungen wie "unser bester Kunde", wird die Geschäftsbeziehung zwischen den Arbeitgebern der beiden Internetnutzer aufgedeckt, obwohl diese vielleicht geheim bleiben sollte

Freundschaftsanfragen genau überdenken

Wer mit Kollegen oder gar Vorgesetzten befreundet ist, sollte mindestens zweimal nachdenken, was er in Bezug auf den Job postet. "Bevor man Freundschaftsanfragen seines Chefs annimmt, sollte man sich aber auf jeden Fall genau überlegen, welche Profildetails oder Einträge er sehen darf", rät daher auch Tobias Arns, Social Media Experte des IT-Branchenverbandes Bitkom

Auch viele Angestellte halten sich lieber zurück: Laut einer Forsa-Umfrage von Anfang des Jahres können sich gerade einmal 19 Prozent der berufstätigen Befragten vorstellen ihren Chef als Freund in Online-Netzwerken "hinzuzufügen".

Zuerst veröffentlicht auf wiwo.de
Dieser Artikel ist erschienen am 02.11.2012

Fair Company | Initiative

 

Themen im Überblick