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Was zahlt die Versicherung?

Steffi Sammet
Versicherungen locken mit speziellen Studenten-Tarifen. Doch die meisten Policen halten nicht, was sie versprechen. Junge Karriere erklärt, welche Versicherungen wirklich notwendig sind und wie Sie sich am besten schützen können.
Und wer zahlt das jetzt?Foto: © Mareen Friedrich - Fotolia.com
Die Slogans der Versicherungen versprechen eine Menge. Von "Krankenversicherung für Studenten - jetzt zu Top-Konditionen privat versichern" ist die Rede, oder von "Bezahlbarer Rechtsschutz für Studenten". Und das Engagement der Firmen ist verständlich. 300000 Erstsemester nehmen jedes Jahr ein Studium auf, gut zwei Millionen Studenten gibt es insgesamt - und alle sind unerfahren bei der Frage, welche Versicherungen sie abschließen sollten.Doch kann man sich im Ernstfall auf die Angebote verlassen? Und welche Police braucht ein Student überhaupt? Auf jeden Fall nicht alles, was unter dem Studentenlabel angepriesen wird. Da sind sich die Experten einig. "Berufsunfähigkeits-, Kranken- und private Haftpflichtversicherung - diese drei Policen sind ein absolutes Muss für Studenten", sagt Stefan Albers, Präsident des Bundesverbandes der Versicherungsberater (BVVB). Je nach persönlicher Situation könne dann beispielsweise noch eine Kfz- oder Auslandskrankenversicherung dazukommen. Damit wären dann die größten Risiken abgedeckt.

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Studenten, die sich trotz dieser kurzen Liste um ihre Finanzen sorgen, kann Helge Kühl, unabhängiger Versicherungsmakler im schleswig-holsteinischen Neudorf, beruhigen: "Viele Studenten sind noch bei den Eltern mitversichert, so dass sie ohnehin kaum zusätzliche Verträge abschließen müssen."Wer um den Abschluss eigener Versicherungen nicht herumkommt, muss nach Ansicht des Experten nicht nach Studententarifen suchen. Zwar werben und verkaufen viele Gesellschaften Policen mit einem entsprechenden Aufdruck. Doch wer genau hinsieht, stellt fest, dass sich viele Verträge nicht von den normalen Tarifen unterscheiden. "Wie bei anderen Kunden wird die individuelle Situation jedes Studenten vor dem Abschluss einer Versicherung genauestens analysiert und der Tarif entsprechend dem Ergebnis ausgerichtet", betont Kühl. Wer in der Freizeit gerne surfen geht, muss in der Haftpflichtversicherung einen höheren Risikozuschlag akzeptieren, unabhängig davon, ob er studiert oder berufstätig ist. Angesichts dessen sei es Quatsch, mit besonders günstigen Studententarifen zu werben, sagt Kühl."Der Preis für eine Police sollte bei der Entscheidung ohnehin nur eine untergeordnete Rolle spielen", ergänzt Versicherungsberater Albers. Entscheidend sei vielmehr, was die Versicherung im Ernstfall leistet. Und da sind die Vertragsbedingungen aufschlussreicher als die Werbeslogans. Worauf sollte man also achten?KrankenversicherungIn Deutschland sind die meisten Studenten gesetzlich krankenversichert (GKV). Bis zum Alter von 25 Jahren - plus eventueller Bund- und Zivi-Zeiten - sind sie beitragsfrei in der Versicherung der Eltern, wenn diese in der GKV Mitglied sind. Danach gibt es die studentische Krankenversicherung für monatlich etwa 65 Euro inklusive der obligatorischen Pflegeversicherung. Erst ab 30 Jahren oder ab dem 14. Fachsemester enden die bezuschussten Zeiten für Studenten. Dann kostet eine freiwillige Weiterversicherung in der GKV rund 120 Euro.

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