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Selbstverwirklichung statt Status – das motiviert Manager
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Motivation im Job

Was Manager wirklich antreibt

von Lin Freitag, wiwo.de
Selbstverwirklichung statt Status, Inhalte statt Macht und Freude statt Geld – das motiviert deutsche Manager.
Chef sein ist out: Das ist das Ergebnis des dritten Manager Barometers der Personalberatung Odgers Berndtson. Für die Studie wurden 1.200 Manager nach ihren Karrieremotiven, ihrer Einsatzbereitschaft und den Entwicklungsperspektiven befragt. Die Untersuchung zeigt, dass gerade junge Manager und Frauen immer weniger Lust haben, eine Führungsposition zu übernehmen.

Die Autoren der Studie interessierten sich vor allem für die Beantwortung einer Frage: Was motiviert Manager auf ihrem weiteren Berufsweg? Das Ergebnis: Macht, Status und Geld werden immer weniger wichtig. Ganz im Gegenteil. 62 Prozent der Führungskräfte gaben an, dass die Selbstverwirklichung sie am meisten motiviert. Direkt danach, mit 59 Prozent, kommt die Freude an der Führungsaufgabe. Den dritten Platz belegen die Arbeitsinhalte mit 46 Prozent.

Führungsmüdigkeit

Doch welche Faktoren einen Mitarbeiter motivieren, ist abhängig vom Alter und dem Geschlecht: So ist das Interesse an einem Managerposten unter jungen Nachwuchskräften weniger stark ausgeprägt als bei den älteren Kollegen. Das gleiche gilt für Frauen. Für weibliche Manager kommt die Freude an der Führungsposition nur auf Platz drei der wichtigsten Motivationen. "Unsere Befragung zeigt seit Jahren eine zunehmende Führungsmüdigkeit unter deutschen Managern", sagt Jürgen van Zwoll, Leiter der Studie.

Ob jung oder alt, männlich oder weiblich. Eines haben fast alle Manager gemein: Sie wollen weniger Zeit im Büro verbringen und mehr Zeit für Familie und Freizeit haben. Momentan verbringen deutsche Manager 62 Prozent ihrer Zeit auf der Arbeit. Sie wünschen sich, diesen Anteil um neun Prozent auf 53 Prozent zu reduzieren. Ebenfalls weit oben auf der Wunschliste steht die Heimarbeit mit 36 Prozent.

Wünsche der Manager

Gerade für junge Führungskräfte ein wichtiges Thema: Flexible Arbeitsmodelle gehören für die Vertreter der Generation Y dazu. Das Gehalt spielt hingegen eine vergleichsweise untergeordnete Rolle. Insgesamt sieht das anders aus. Über die Hälfte der Befragten fühlt sich nicht leistungsgerecht vergütet und wünscht sich mehr Geld.

Eine andere zentrale Frage der Studie ist die Karriereplanung: Was sind Führungskräfte bereit in den nächsten beruflichen Schritt zu investieren? Die Antwort: viel. Fast 90 Prozent der Befragten würden einen Branchenwechsel oder eine neue Fachrichtung auf sich nehmen. Besonders flexibel zeigen sich dabei die Führungskräfte aus den Bereichen Konsumgüter, Handel, Medien und Technologie. Einen Umzug ins Ausland oder die räumliche Trennung vom Partner oder der Familie, stößt dabei auf weniger Akzeptanz. Trotzdem: Auch 45 Prozent wären dazu bereit.

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