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Geldregen macht nicht glücklich
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Glücksfaktoren

Was macht wirklich glücklich?

Kerstin Dämon, wiwo.de
Geld macht nicht glücklich, sagt der Volksmund. Die Wissenschaft sieht das anders: Geld macht bis zu einem gewissen Niveau glücklich. Und die Zufriedenheit wächst, wenn das Gehalt kontinuierlich steigt, die Arbeitsbelastung aber nicht.
Die Frage, ob Geld glücklich macht, ist in etwa so alt wie der Lohnunterschied. Wer kaum genug verdient, um die Miete zu bezahlen, schielt neidisch auf den Nachbarn, der schon zum dritten Mal im Jahr in den Urlaub fliegt und ein teures Auto fährt. "Der muss ja platzen vor Glück." Da Auto, Gehalt und Urlaub aber vor Trauer, Einsamkeit oder Krankheit nicht schützen, tröstet der Volksmund die Armen seit jeher damit, dass Geld eben nicht glücklich mache. Doch so richtig überzeugen lässt sich der neidische Mensch damit nicht. So konterte einst der verstorbene Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki: "Aber wenn ich traurig bin, weine ich lieber im Taxi als in der U-Bahn."

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Zum Thema gibt es zahlreiche Studien und Theorien. Die Psychologen Elizabeth Dunn und Michael Norton beispielsweise sind überzeugt, dass Geld dann glücklich macht, wenn man es beispielsweise für ein Erlebnis, statt für eine Sache ausgibt. Also lieber Konzertkarten statt einer Sound-Anlage kaufen. Ihre Theorien haben sie in ihrem Buch "Happy Money: So verwandeln Sie Geld in Glück" zusammen getragen.

Ab 66.000 Euro ist Schluss

Und der britische Konsumforscher und Ökonom Angus Deaton von der Universität Princeton hat erst vor wenigen Wochen den Wirtschaftsnobelpreis für seine Forschung zum Thema Glück durch Geld bekommen. Seine Erkenntnis: Das subjektive Glücksgefühl der Menschen steigt bis zu einem Jahresverdienst von 75.000 Dollar – also umgerechnet 66.000 Euro jährlich oder 5.500 Euro monatlich.

Darüber hinaus sorge mehr Geld nicht für mehr Zufriedenheit. Wer also 120.000 Dollar brutto im Jahr nach Hause bringt, ist genauso glücklich oder unglücklich wie der Kollege mit 75.000 Dollar. Der Grund: Wer mehr als 75.000 Dollar verdient, hat so viel Stress und Druck und so wenig Zeit für die angenehmen Dinge, dass alles Geld es nicht mehr wettmachen kann.

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