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Brainfood
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Die Mär um Brainfood

Was Kaffee mit unserem Gehirn macht

Timo Stukenberg, wiwo.de
Schneller denken, schalten und abspeichern: Sogenanntes Brainfood soll die Leistungsfähigkeit unseres Gehirns nachhaltig steigern. Doch so vielversprechend die Wirkung von Kaffee, Kakao und Co auch klingt – langfristig profitiert das Gehirn davon nicht.
Was wir nicht alles essen sollten! Avocado, Nüsse, Süßkartoffeln, Shirataki-Nudeln. Die Liste an Brainfood – also Nahrungsmittel, die unsere kognitiven Gehirnleistungen steigern sollen – ließe sich fast unbegrenzt erweitern.

Eine Studie, die jetzt in dem Journal "Neurology" publiziert wurde, behauptet, dass Kakao die Leistungsfähigkeit des Gehirns steigere. Die Autoren untersuchten die Wirkung von in Kakao enthaltenen Flavonoiden auf die kognitiven Fähigkeiten von Senioren. Am Ende des 30-tägigen Experiments stand für die Forscher der Harvard Medical School aus Boston eine Enttäuschung: Kakao macht das Gehirn nicht leistungsfähiger. Warum sollte ein Fachmagazin ein solches "Nicht-Ergebnis" publizieren?

Brainfood steigert die Gehirnleistung maximal kurzfristig

Um das Ergebnis doch noch zu veröffentlichen, bedienten sich die Autoren der Studie eines Tricks. Sie legten kurzerhand Test- und Kontrollgruppe zusammen. Mit dem ursprünglichen Experiment hat das kaum noch etwas zu tun. Allerdings lässt sich aus dem neuen Studiendesign folgendes ableiten: Wer vorher eine unterdurchschnittliche Gehirnleistung hatte, konnte diese dank Kakao steigern.

Die Studie zeigt vor allem das Problem von Brainfood: Es gibt keine wissenschaftlichen Erkenntnisse darüber, dass das menschliche Gehirn langfristig von Nahrungsmitteln wie Kakao profitiert. Sie können lediglich Defizite ausgleichen oder die Gehirnleistung kurzfristig steigern.

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